Erstellt am 30. April 2014, 10:00

von Bernhard Fenz

Das robuste Spiel bereitet Sorgen. Relegation | Der LASK trifft am 2. und 5. Juni auf den Neunten der Ersten Liga – Trainer Daxbacher zeigt Respekt vor der Kampfkraft.

Karl Daxbacher  |  NOEN, GEPA pictures/ Matthias Hauer
Etwas mehr als einen Monat vor dem ersten Spiel der Relegation gibt es für Karl Daxbacher nur noch eine wesentliche Frage: Wer wird der Gegner sein?

Im Vorjahr gab's ein böses Erwachen für die Linzer

Der Chefcoach des LASK ist mit seinem Klub Fixstarter der Regionalliga Mitte. 60 Punkte an der Spitze, Verfolger Pasching (56 Punkte) hat gar nicht um die Lizenz angesucht, dahinter klafft ein 18-Punkte-Loch zum SV Lafnitz, der dem Leader am Samstag mit einem 4:2 erstmals seit 17. September wieder eine Pleite zufügen konnte – der Kas‘ ist trotzdem längst gegessen.

Auch wenn das Fixieren des Meistertitels wichtig ist, so schielt man in Oberösterreich bereits mit mehr als einem Auge auf die Relegation. Erst dort geht es bekanntlich um den Aufstieg und die Bundesliga-Rückkehr. Denn: Bereits im Vorjahr setzten sich die Schwarz-Weißen im Titelkampf gegen Pasching durch, ehe gegen Liefering (0:2 auswärts, 0:3 daheim) das böse Relegations-Erwachen folgte.

Daxbacher ortet Unterschiede in Robustheit und Tempo

Nun folgt die nächste Gelegenheit. Fix ist: Die Linzer treffen auf den Neunten der Ersten Liga – sowohl Parndorf, als auch Mattersburg könnte das harte Los treffen. Noch herrscht aber angesichts des Gedränges am Ende Unklarheit, wer tatsächlich als Neunter gegen die Oberösterreicher ran muss. Daxbacher: „Ich versuche, jede Mannschaft zu beobachten, um für alle Fälle gerüstet zu sein.“

Parndorfs 1:0-Erfolg in Pasching gegen Liefering etwa verfolgte der Ex-Austria-Trainer ebenso wie das 2:1 des SV Mattersburg am Freitag auf der Hohen Warte. Fazit: Der Tabellenführer der Regionalliga Mitte werde sich in spielerischer Hinsicht sicher nicht verstecken müssen, im Gegenteil.

Allerdings hat Daxbacher längst die größte Gefahr registriert: „Vor allem punkto Aggressivität, Robustheit und Tempo gibt es schon einen ziemlichen Unterschied zur Regionalliga – egal, ob wir gegen Horn, Mattersburg, Parndorf oder Hartberg spielen.“

„Ich bin nicht frei von Aberglauben, aber in dem Fall trifft das nicht zu.“
LASK-Coach Karl Daxbacher, ob sich das letztjährige Relegations-K.o. gegen Liefering mental auswirken könne

Welcher Verein ihm am „angenehmsten“ wäre, verriet der 61-Jährige öffentlich freilich nicht – das wäre taktisch unklug. Günther Mayrhofer, LASK-Experte der „Oberösterreichischen Nachrichten“, stellt aber fest: „Die Spielweise von allen möglichen Relegationsgegnern liegt dem LASK nicht. Gegen körperlich starke Mannschaften, die viel mit langen Bällen agieren, tun sich die Linzer besonders schwer.“

Trotzdem gibt es Abstufungen: „Vor Wochen schon hat Daxbacher gesagt: Nur nicht Horn. Da war aber Ivo Vastic mit Mattersburg noch nicht in der Verlosung dabei. Gegen Parndorf oder Hartberg rechnet man sich größere Chancen aus.“

„Die Fans reden von einem Selbstläufer“

Die restlichen Wochen bis zu den entscheidenden beiden Spielen werde der LASK-Trainer jedenfalls nichts am System und am Alltag seiner Mannschaft ändern. „Ich plane nicht viel zu rotieren, sondern will möglichst weiter in Bestbesetzung antreten.“

Lediglich in der letzten Runde am 30. Mai gegen Villach werden wohl alle Stammspieler geschont. Kein Wunder: Drei Tage später geht es bereits im Hinspiel auswärts um die Wurst.

Und die Vorfreude ist groß, wie Mayrhofer weiß: „Er herrscht große Euphorie in Oberösterreich um den LASK, die Fans reden von einem Selbstläufer. Das war aber auch vergangene Saison gegen Liefering so. Vereinsintern weiß man, dass es extrem schwierig wird.“

Infos zur Relegation

  • Termine: Hinspiel am 2. Juni (Montag), Rückspiel am 5. Juni (Donnerstag).

  • Wer gegen wen? Neunter/Erste Liga - Meister/Regionalliga Mitte; Meister/ Regionalliga Ost - Meister/Regionalliga West. Die Sieger spielen in der Saison 2014/2015 in der Ersten Liga.

  • Mögliche Kandidaten. In der Regionalliga Mitte steht der LASK bereits fest. In der Ostliga hat der FAC sportlich die besten Karten, im Westen Austria Salzburg. Was die Erste Liga betrifft, befinden sich mit Parndorf, Hartberg, Mattersburg und Horn vier im engeren Kreis. Noch unberücksichtigt bleibt hier, welche Klubs eventuell keine Lizenz erhalten – mögliche „Rote Karten“ könnten zu Verschiebungen und Veränderungen bei der Relegations-Konstellation führen.