Erstellt am 22. Dezember 2011, 13:40

Davis-Cup-Team beginnt Planung für Russland-Duell. Wenige Tage vor Weihnachten macht sich Österreichs Tennis-Davis-Cup-Team bereits Gedanken über das kommende Heimduell in der ersten Weltgruppenrunde von 10. bis 12. Februar mit Russland, in dem der erste Viertelfinaleinzug seit 1995 auf dem Spiel steht.

"Eine starke und kompakte Mannschaft, ohne Spieler, der herausragt", urteilte die rot-weiß-rote Nummer eins, Jürgen Melzer.

Der 30-Jährige richtet vor dem Aufeinandertreffen mit den Russen in der Arena Nova von Wiener Neustadt die Augen freilich noch auf die Australian Open ab 16. Jänner. Auch der designierte Davis-Cup-Kapitän Clemens Trimmel, der sein Amt am 1. Jänner offiziell antritt, ist bereits auf das "Duell auf Augenhöhe" (Melzer) fokussiert. Der ehemalige Aktive hat einen erweiterten Sechs-Mann-Kader mit Jürgen Melzer, Andreas Haider-Maurer, Oliver Marach, Alexander Peya, Julian Knowle und Martin Fischer nominiert. "Der ist aber noch nicht in Stein gemeißelt", sagte Trimmel am Freitag auf einer Pressekonferenz in Wien. Der 33-Jährige kann sich aber auch etwa Philipp Oswald ("Sollte er zwei Runden bei den Australian Open gewinnen") im Team vorstellen.

Einer Klärung harrt noch die Frage nach der Doppelbesetzung. Das Duo Marach/Peya, das im kommenden Jahr auf der Tour gemeinsam antreten wird, drängt sich weiter für den Davis Cup auf. Die beiden haben schon zuletzt im September im Play-off in Belgien gemeinsam gespielt und gewonnen. Trimmel will aber noch zuwarten: "Ich würde auch Jürgen Melzer für das Doppel nicht komplett außer Acht lassen." Denkbar ist laut Trimmel auch, dass ein Perspektivspieler wie etwa der 18-Jährige Orange-Bowl-Sieger Dominic Thiem als Trainingspartner mitgenommen wird.

Gespielt wird in der rund 4.000 Zuschauer fassenden Arena auf einem langsamen Opticourt-Hartplatz, ähnlich jenem, der auch beim Wiener Stadthallenturnier im Oktober zur Verwendung kam. Eine Erstrunden-Premiere wird auch das "hawk-eye" feiern. Erstmals stellt der Tennis-Weltverband (ITF) in dieser Bewerbsphase das elektronische Linienrichtersystem gratis zur Verfügung.

Russlands Team hat zwar keinen absoluten Spitzenspieler zu bieten, aber einen ausgeglichenen Kader. Mit Michail Juschni (35.), Dmitri Tursunow (40.), Nikolaj Dawydenko (41.) und Igor Kunizyn (71.) rangiert ein Quartett unter den Top Hundert. Zusätzlichen Schub könnte Alex Bogomolov Jr. (34.) geben, der zwar für die USA antritt, kürzlich aber grünes Licht erhielt, im Davis Cup für seine russische Heimat zu spielen. "Das ist für uns auf keinen Fall eine g'mahte Wies'n", betonte Trimmel.