Erstellt am 06. April 2012, 16:22

Davis-Cup-Team liegt in Spanien 0:2 zurück. Österreichs Tennis-Herren liegen nach dem ersten Tag des Davis-Cup-Viertelfinales bei Titelverteidiger Spanien in Oropesa del Mar mit 0:2 zurück. Nach der unerwartet klaren 2:6,2:6,4:6-Niederlage von Jürgen Melzer gegen Nicolas Almagro musste sich auch Andreas Haider-Maurer Spaniens Topspieler David Ferrer in nur 81 Minuten mit 1:6,3:6,1:6 und damit glatt in drei Sätzen geschlagen geben.

Damit muss Österreich am Samstag (15.15 Uhr) das Doppel gewinnen, um weiter im Rennen um den zweiten Halbfinal-Aufstieg nach 1990 zu bleiben. Für Österreich werden voraussichtlich Oliver Marach/Alexander Peya antreten, bei Spanien könnte Almagro den am Rücken verletzten Marc Lopez vertreten. Zweiter Doppelspieler der Spanier ist Marcel Granollers.

Ein Sieg von Melzer gegen Spaniens Nummer zwei wäre wohl die Mindestvoraussetzung für eine mögliche Überraschung durch den Außenseiter Österreich gewesen. Während der 1,83 m große Weltranglisten-Zwölfte Almagro trotz des störenden Windes aber von Beginn an praktisch fehlerlos agierte, klappte bei Melzer an diesem Tag rein gar nichts. Einmal kassierte Melzer sogar ein "warning" und wurde von den Zuschauern ausgepfiffen, nachdem er aus Wut und Verzweiflung seinen Schläger mitten auf dem Platz zertrümmert hatte.

Den Vorwurf, nicht alles gegeben bzw. versucht zu haben, ließ Melzer nicht zu. "Natürlich hätte ich gerne mehr Widerstand geleistet. Aber die Spanier haben mit dem Platz dafür gesorgt, dass ich nicht serienweise Winner schießen kann", lautete die Erklärung des Niederösterreichers. Dass der zweite Halbfinal-Aufstieg nach 1990 nun wohl nur noch Utopie ist, war Melzer klar: "Jetzt brauchen wir ein Wunder."

"Natürlich hätte ich bei einem 1:1 besser geschlafen", sagte Österreichs Kapitän Clemens Trimmel und versprach: "Wir werden uns weiter professionell auf den Samstag vorbereiten, weiter an unsere Chance glauben und versuchen, mit vollstem Einsatz für Österreich zu gewinnen."

Dass seinen Spielern in zwei Matches lediglich 13 Games (Melzer 8, Haider-Maurer 5) gelungen seien, habe mehrere Gründe. Unter anderem sei es für Melzer die erste Sandplatzpartie des Jahres gewesen, für Haider-Maurer die erste nach seinem Bänderriss. "Aber ich habe abgesehen davon immer gesagt, dass jeder gewonnene Satz, jeder Punkt in Spanien ein Erfolg ist und bin dafür belächelt worden", sah sich der 33-jährige Wiener bestätigt.

Seine Spieler müssten bei ihrem ersten Weltgruppen-Viertelfinale zu einem gewissen Grad Lehrgeld bezahlen, betonte Trimmel. "Natürlich ist die Enttäuschung groß. Aber wir gehen deshalb nicht deprimiert zu Werke. Unser großes Ziel ist nun, dass wir am Sonntag noch leben."

Marach erinnerte vor dem Samstags-Doppel an die Frankreich-Partie. "Auch da waren wir 0:2 hinten und haben dem Team noch Selbstvertrauen gegeben." Für Peya ist egal, wer bei den Spaniern spielt. "Wir geben immer alles. Egal wer drüben spielt oder ob es 0:2, 1:1 oder 2:0 steht. Wir werden versuchen, dem Team einen Ruck zu geben."