Erstellt am 10. November 2010, 00:00

Der Cup, der liebe Gott und die Meisterschaft. FUSSBALL / Der SVM spielt erst in Linz, dann kommt Rapid –  und Ilco Naumoski hofft auf die Rückkehr des Fußballgottes.

Thomas Salamon gab in Innsbruck einen perfekten Joker ab und traf zum 1:1. Für ein Remis reichte es aber letztlich nicht.  |  NOEN
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VON BERNHARD FENZ

„Tore für Europa“ nennt sich das neue ÖFB-Cup-Konstrukt, und der SVM kann im Achtelfinale (heute, Mittwoch, auswärts gegen Blau-Weiß Linz) einen weiteren Schritt in Richtung einer möglichen Europa-League-Teilnahme gehen.

Drei Siege benötigen die Burgenländer noch, und dann stünden sie schwuppdiwupp im Finale – feine Aussichten in einer Saison, die unserem burgenländischen Aushängeschild abseits einiger weniger Lichtblicke sportlich Permanent-Migräne bereitet.

Fakt ist: Der SVM steckt nach 14 Runden gemeinsam mit dem LASK im Abstiegskampf, Kapfenberg ist vorerst wieder enteilt und aktuell außer Reichweite. Was bleibt, ist die Hoffnung, dass der LASK weiter noch langsamer punktet und die Leistungen – vor allem auswärts – ansehnlich sind. In Innsbruck etwa gaben die Burgenländer einen starken Gegner ab. Dass der diesmal nicht so starke Aufsteiger dann aber doch gewinnen konnte (der falsche Elferpfiff zugunsten der Tiroler ist als Begründung zu wenig), spricht aber gegen Grün-Weiß. Trainer Franz Lederer drückte es nach dem Schlusspfiff folgendermaßen aus: „Es war ein couragierter Auftritt – alles wunderbar, bis auf die Ausbeute. Zufrieden bin ich natürlich nicht.“

„Man muss nicht stärker  sein, um zu gewinnen“

Stürmer Ilco Naumoski ortete bei der Nachbetrachtung einerseits Hilfe von oben („Der Fußballgott hat auf die Innsbrucker heruntergeschaut“), andererseits gab er auch zu: „In manchen Phasen agierten wir zu unerfahren, und vorne müssen wir natürlich auch unsere Chancen nützen. Vom Spielerischen her war Innsbruck aber wahrscheinlich unsere beste Partie bislang. Das gibt viel Hoffnung.“ Worauf? „Dass wir unser Potenzial auch tatsächlich ausspielen können. Wir werden nicht absteigen.“

Nun soll sich über den ÖFB-Cup jedenfalls wieder eine positive Stimmungslage ausbreiten. Naumoski: „Wenn wir unsere normale Leistung abrufen, werden wir auch gewinnen.“ Lederer fordert dafür freilich höchste Konzentration ein: „Blau-Weiß Linz hat Meister Salzburg ausgeschaltet und vorexerziert, wie es gehen kann. Wir sind voll gefordert.“ Am Personalsektor muss der Coach auf den gesperrten Peter Chrappan verzichten. Max Schmidt (Knie verdreht) steht ebenfalls noch nicht zur Verfügung, und auch Ilco Naumoskis Einsatz (Rücken) ist übrigens noch nicht fix und laut Lederer zumindest fraglich.

Dann folgen bis zur Winterpause mit Rapid, Salzburg, Sturm, Wiener Neustadt und Austria ausschließlich nominell schwere Gegner. Den Anfang werden am Samstag im Pappelstadion die Hütteldorfer machen. Kapitän Michi Mörz fehlt aufgrund seiner fünften gelben Karte, sein 250. Bundesligaspiel wird erst am 20. November in Salzburg steigen.

Gegen Rapid müssen andere ran, Ilco Naumoski etwa – wenn es seine Rückenprobleme zulassen: „Dieses Match ist für uns immer eine emotionale Sache.“ Dass der SVM grundsätzlich über weniger Potenzial als Rapid verfügt, sieht der mazedonische Teamstürmer nicht wirklich als Problem: „Seit Samstag weiß ich wieder, dass man nicht stärker sein muss, um zu gewinnen. Aber alles gleicht sich im Verlauf der Saison hoffentlich aus.“

Somit ist also auch der Fußballgott wieder im Spiel.