Erstellt am 07. September 2011, 00:00

Der Exzentriker will einer von vielen sein. TIPP3 BUNDESLIGA / Ilco Naumoski pfeift auf die Länderspiele und will von Schiris so wie andere auch behandelt werden.

Nach den ersten Saisonspielen des SV Mattersburg hängen dunkle Wolken über dem Pappelstadion – der SVM ist aktuell Letzter. Schön langsam soll sich die (Tabellen-)Lage aber wieder lichten.FRANZ BALDAUF  |  NOEN
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VON BERNHARD FENZ

Wenn der SV Mattersburg am Samstag im Hanappi-Stadion auf Rapid trifft, wird auch Ilco Naumoski wieder mit dabei sein. Er soll mit seinen spielerischen Fähigkeiten dafür sorgen, dass in der Offensive endlich mehr los ist.

Die Sperre nach dem Ausschluss gegen Admira (als er nach einem versuchten und eher harmlosen Haxlsteller „Rot“ sah) ist abgesessen. Es war nicht das erste Mal, dass der 28-Jährige vorzeitig duschen musste. Naumoski ist alles, nur kein unbeschriebenes Blatt. Also liegt auch der Verdacht nahe, dass er von den Referees sehr genau unter die Lupe genommen wird – und die Unparteiischen beim exzentrischen Techniker besonders rigoros durchgreifen.

Im Vorfeld der Rapid-Partie regiert beim Mattersburg-Profi daher neben der Vorfreude auch die Hoffnung, „dass sich die Schiedsrichter – wenn es um mich geht – nicht zu sehr von der Vergangenheit beeinflussen lassen. Jedes Spiel beginnt bei Null. Es wäre schön, wenn das auch bei mir und den Schiris künftig so wäre.“

Und auch Cheftrainer Franz Lederer („Natürlich ist er nicht unschuldig an der Situation“) hofft für die nächsten Partien, dass Naumoski „nicht nur als Spieler mit einem fetten Strich auf der Stirn gesehen wird, dem man leicht Karten zeigt“.

„Sorry, da kann man  nicht Gelb geben“

 

Günter Benkö sieht die Thematik anders. Der Ex-FIFA-Referee ist Obmann der burgenländischen Unparteiischen und in der Bundesliga Schiribesetzer sowie Beobachter. Sein Ansatz: „Wenn sich Naumoski ganz normal verhält, wird er auch ganz normal behandelt. Gewisse Dinge kann man aber nicht übersehen.“

Ob der Ausschluss gegen die Admira nicht doch überzogen war? „Vielleicht sah es gar nicht schlimm aus: Aber das war nach Regel 12 eine absichtliche Attacke gegen einen Gegenspieler, wo eine „Verletzung“ in Kauf genommen wird. So etwas ist mit Rot zu ahnden – sorry, da kann man nicht Gelb geben.“ Dass jeder oder viele andere Spieler ohne einem Platzverweis davongekommen wären, wollte Benkö nicht bestätigen. Stattdessen stellte er klar: „Ich mag Naumoski, außerdem ist er ein exzellenter Kicker. Nur sollte er gewisse Aktionen vermeiden. Es gab genügend Spiele, bei denen er sich völlig korrekt verhalten hat – da hatte er auch keine Probleme.“

„Mattersburg braucht  mich derzeit mehr“

 

Zuletzt trainierte der Stürmer übrigens ganz normal mit der Mannschaft. Das ist insofern nicht ganz normal, als die mazedonische Nationalmannschaft in Russland und gegen Andorra im EM-Qualifikationseinsatz war. Naumoski entschied sich aber für den SVM und gegen das Team (wo der EM-Zug längst abgefahren ist): „Diese Qualifikation (Anmerkung: Im Oktober geht es noch gegen Armenien und die Slowakei) spiele ich sicher nicht mehr. Für die Zeit danach muss ich es mir noch überlegen. Die Tendenz geht aber Richtung Karriere-Ende im Team. Mattersburg braucht mich derzeit mehr, darauf will ich mich konzentrieren, hier verdiene ich auch mein Geld.“

Ob er es international wirklich bleiben lässt, wird sich trotzdem erst im kommenden Jahr zeigen. Schließlich stehen dann in der WM-Qualifikation unter anderem die interessanten Balkan-Derbys gegen Serbien und Kroatien an. „Reizvoll ist die Gruppe schon. Wir werden sehen.“ Sprach’s und verabschiedete sich zum Training bei seinem Arbeitgeber.

 

 

Mattersburgs Ilco Naumoski ist am Samstag gegen Rapid wieder mit von der Partie.