Erstellt am 05. November 2013, 13:34

der Lage erkannt“. für die Trendwende. Die hätte Mattersburg auch bald nötig.

Die Befreiung: Marjan Markic traf für Parndorf im Derby gegen den SVM zum 1:0 und bejubelte seinen siebenten Saisontreffer emotional. Trotzdem kam Mattersburg noch einmal heran, ehe Parndorf-Legionär Tomas Horvath per Kopf seinen dritten Treffer im dritten Spiel in Folge (wie Markic) erzielte – 2:1.  |  NOEN, Ivansich
Von Bernhard Fenz

Die Tabelle der Ersten Liga von Runde 11 bis 16 ist aus Mattersburger Sicht grausam. Nach dem 2:0-Erfolg gegen Liefering am zehnten Spieltag ging nichts mehr, ein Remis und fünf Niederlagen sprechen eine deutliche Sprache.

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„So einen negativen Mix habe ich in 25 Jahren noch nicht erlebt.“ Martin Pucher fehlten in Parndorf jedenfalls fast die Worte, und zwar nicht nur aufgrund der jüngsten Pleiten. Insgesamt neun Ausfälle (der neuerliche Kreuzbandriss von Manuel Seidl vor einigen Wochen steht symptomatisch als Paradebeispiel für die aktuelle Lage) garnieren die Unserie der letzten Wochen mit einer höchst bitteren Note, kurzum: Der SV Mattersburg ist am Boden.

Freilich stehen die Burgenländer nach wie vor auf Platz sieben der Ersten Liga, der Abstand zum aktuellen Relegationsplatz (zwei Punkte) und zum letzten Platz (vier Punkte) hat sich aber bedenklich verringert, und die allgemeine Stimmung ist im Keller. „Wir haben die Schnauze voll“ skandierten etwa die mitgereisten Anhänger beim Derby in Parndorf kurz vor Schluss.

Nach der Pleite gegen den zweiten Burgenland-Klub steht für Grün-Weiß am Freitag in Hartberg die nächste Auswärtspartie am Programm. Interimstrainer Franz Lederer erwartet sich für das Spiel in der Steiermark eine „emotionale Partie“ – und paradoxerweise eine gestärkte SVM-Mannschaft.

Mehr Qualität nach vorne als Hoffnung 

Die Zuversicht schöpft er vor allem aus der entspannteren Personalsituation. Mit den Gesperrten Alois Höller und Ingo Klemen sowie den zuletzt Angeschlagenen Alex Ibser und Manuel Prietl stehen vier weitere Akteure zur Verfügung. „Vor allem nach vorne erhöht sich da die Qualität – beispielsweise mit Klemen als potenziellem Knipser.“ Ivica Majstorovic ist nach seinem erlittenen Infekt vor dem Altach-Spiel noch fraglich. Thorsten Röchers Knieprobleme bedeuten weiter Ungewissheit, wann es zu seinem Comeback kommt.

Dass die Spieler den Ernst der Lage längst erkannt haben, steht für Franz Lederer übrigens außer Frage, mehr noch: „Alle sind höchst unzufrieden und wollen sich rehabilitieren. Die Mentalität ist auf jeden Fall vorhanden, um das auch auf den Platz zu bringen.“

Nächste Schnittpartie für die Parndorfer 

Beim Aufsteiger hat man den wichtigen und prestigeträchtigen 2:1-Derbysieg, wie Trainer Paul Hafner sagte, „ein bissl genossen“. Weit mehr als ein bissl ist am Freitag wieder nötig. Mit der Vienna ist ein direkter Konkurrent im Abstiegskampf zu Gast, also stellt Hafner klar: „Wir wollen gewinnen, noch mehr wollen wir aber auf keinen Fall verlieren.“ Soll heißen: Zu viel Risiko wird wohl nicht in Kauf genommen, um am Ende vielleicht ins offene Messer zu laufen.

Nachlassen ist jetzt jedenfalls nicht angesagt, nachdem sich Parndorf erst wieder mühsam von einer fast schon aussichtslosen Position aus an die hinteren Plätze herangekämpft hat. Entsprechend hohe Konzentration fordert Hafner auch ein. „Wer locker ist, der bekommt die Peitsche.“

Das scheint aber nicht nötig zu sein, wie etwa Goalgetter Marjan Markic bestätigt: „Wir haben den Ernst der Lage rechtzeitig erkannt. Keiner von uns will absteigen – genau das hat man in den letzten Spielen von uns gesehen. Es war vielleicht spielerisch nicht ganz top, dafür hat die kämpferische Einstellung bei jedem gestimmt.“ Personell gibt es gegen die Vienna keine Ausfälle zu beklagen.