Erstellt am 31. Oktober 2012, 00:00

Der schleichende Fall in den Trott. Tipp3 Bundesliga / Zwei von 21 Punkten holte der SVM aus den letzten sieben Spielen. Gegen den WAC soll eine Wende her.

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Von Bernhard Fenz

Irgendwie komisch: Der SV Mattersburg hat seit dem letzten vollen Erfolg am 25. August gegen Ried (2:1) sicher keine sieben grottenschlechten Spiele am Stück abgeliefert. Jüngstes Beispiel ist das trockene 0:0 bei Sturm Graz. Trotzdem liest sich die Gesamtbilanz erschreckend mager. Zwei Punkte sind, um es österreichisch zu formulieren, zwar ein bisserl was, in der Praxis aber gar nichts.

Weil am Samstag gegen den Tabellenletzten Wacker Innsbruck nach ambitioniertem Start eine 1:2-Pleite und die schlechteste Saisonleistung auf der Haben-Seite stand, fühlt sich die Situation mehr und mehr trist an. Nicht viel erinnert daran, dass diese Mannschaft vor zwei Monaten noch als positive Ligaüberraschung galt.

Dabei sah es so aus, dass die Profis gegen das Schlusslicht aus Tirol von Beginn an Richtung Sieg steuerten. Nach der Führung riss aber der Faden. Trainer Franz Lederer: „Die Mannschaft hat die Grundordnung verloren und sich vielleicht in gutem Glauben verzettelt. Die Laufwege haben nicht mehr gestimmt, das Ganze ist ins Stocken geraten.“ Ob die Sache gar zu leicht ausgesehen hat? „Vielleicht. Wenn du aber nicht dran bleibst, kommst du in einen Trott. Da wieder rauszukommen, ist dann sehr schwer.“

Mit Sieg gegen den WAC  

Gerade in diesen Situationen der Partie, als die Burgenländer wie ein aufgescheuchter Haufen vorwiegend reagierten statt selbst wieder die Kontrolle zu übernehmen, fehlten Protagonisten, die am Platz auch einmal laut werden. „Es meint jeder gut und läuft und läuft. Aber da braucht es dann jemand, der die Mannschaft auch wieder wachrüttelt.“ So gesehen waren die Burgenländer in dieser Phase einfach zu brav – es schien, als ob sie keine Mittel hatten, um den Gegner wieder aus dem Rhythmus zu bekommen. Schade – dass Mattersburg ganz anders auftreten kann, hat die Truppe freilich schon oft genug bewiesen. Wie dem auch sei: Der nächste Anlauf in der Meisterschaft (gestern, Dienstag, traten die Burgenländer nach Redaktionsschluss im ÖFB-Samsung-Cup-Achtelfinale auswärts beim LASK an) erfolgt am Samstag gegen den WAC. Dabei steht der Auftragsmix an die grün-weißen Profis: Engagement, Disziplin, Konzentration – möglichst gut vermengt. Folgerichtig erwartet sich der Chefcoach eine im Vergleich zu Innsbruck veränderte Präsenz am Platz: „Wem das nicht klar ist, der befasst sich nicht wirklich mit seiner Berufswelt.“

Übrigens: Trotz allen Ärgernisses ist auch bei Lederer trotzdem Zuversicht angesagt, ein Blick auf die Tabelle reicht: „Mit einem Sieg gegen den WAC ist viel möglich – und wir können die derzeitige Situation wieder in ein besseres Licht rücken.“

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Selbstfaller: Der SV Mattersburg startete gegen Wacker Innsbruck ausgezeichnet, ging schließlich auch mit 1:0 in Führung, verlor in der Folge aber immer mehr den Faden. Dass Stürmer Patrick Bürger (l.) per Eigentor (er wollte per Kopf klären) am Ende die 1:2-Niederlage besiegelte, war symptomatisch.Michael Weller