Erstellt am 26. Oktober 2011, 00:00

Derby überschattet: Heard wild verprügelt. BASKETBALL / Oberwart gewinnt gegen Güssing mit 76:62. Knights-Legionär Marcus Heard nach Prügelei im Spital.

Joey Shaw (Mitte) begann schwach, wuchs dann aber über sich hinaus und holte mit 24 Punkten und 14 Rebounds ein „Double-Double“ (zweistellig in zwei verschiedenen Kategorien).PEKOVICS  |  NOEN
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OBERWART - GÜSSING 76:62. Vordergründig ging es um die Nummer eins im Burgenland – dieses Duell ging nach furiosem Beginn, schwachem Mittelteil und solidem Ende relativ klar an die Oberwart Gunners. Für die Güssing Knights dürfte der sportliche Aspekt nach einem Vorfall am Mittwochabend der Vorwoche aber eher zweitrangig gewesen sein. Denn US-Legionär Marcus Heard wurde in Wien so stark verprügelt, dass er im Krankenhaus liegt. Unter Umständen wird er nie mehr wieder Basketball spielen können.

„Wir stehen zu Marcus,  lassen ihn nicht im Stich“
Die genauen Hintergründe der Prügelei sind unklar. Knights-Obmann Didi Wagner: „Wir haben unsere Anwälte eingeschaltet. Laut unseren Ärzten ist das Knie von Heard total kaputt. Es ist fraglich, ob Heard jemals wieder professionell Basketball spielen kann.“ Wie es sich aber für die „Basketball-Familie“ Güssing gehört, wird Heard nicht nach Hause geschickt. „Marcus wird in Österreich operiert, die Rehab kann er bei uns in Güssing machen. Wir stehen voll und ganz hinter ihm und lassen ihn nicht im Stich“, betont Wagner. Auf der Suche nach Ersatz sind die Knights aber trotzdem. „Wir brauchen unbedingt einen großen Spieler“, weiß Wagner. Für das Derby wurde sogar Yao Schäfer aus der Baskeball-Pension geholt.

Gacesa und Artner drehen  Partie, Johnson verletzt

Diesen „großen Spieler“ könnten vielleicht auch die Gunners brauchen. Zwar war Nikola Gacesa im Derby nach seiner Verletzung wieder im Einsatz, man merkte ihm den Trainingsrückstand aber dennoch deutlich an. Als wäre die Liste der angeschlagenen und verletzten Spieler noch nicht lang genug, muss Oberwart nun auch noch um Jason Johnson bangen, der im Derby bereits im ersten Viertel mit einer Zerrung ausscheiden musste. „Wir müssen die Untersuchungen abwarten, aber diese Woche wird Jason wohl nicht mehr spielen“, sagt Manager Andreas Leitner. „Wir müssen froh sein, das Spiel gegen Güssing noch gewonnen zu haben. Vor allem auch deswegen, weil Hannes Artner und Nicola Gacesa die Zähne zusammengebissen und wichtige Impulse gegeben haben.“

Tatsächlich schien es so, als ob nach der Einwechslung des ja eigentlich verletzten Hannes Artner im dritten Viertel ein Ruck durch die Heimmannschaft ging. Das war genau der Zeitpunkt, an dem Güssing begann, auseinander zu fallen. Von der Energie der Aufholjagd im zweiten Viertel war nach Seitenwechsel bei den Rittern wenig zu spüren. „Wenn wir normal weiter spielen, dann gewinnen wir die Partie“, schüttelt Wagner den Kopf. Oberwart nützte die Fehler der Ritter beinhart aus und kam mit schnellen Angriffen immer wieder zu leichten Punkten. Auf der Gegenseite schien der Korb wie vernagelt, wilde Würfe der Güssinger Spieler trugen ihr Übriges zur Niederlage bei.

Knights spielfrei, Gunners  empfangen samstags Graz
Am Nationalfeiertag (nach Redaktionsschluss) stand die nächste Runde an. Die Gunners mussten auswärts in Wien antreten, die Knights hatten spielfrei. Diese Pause kommt den Rittern nach dem Ausfall von Heard sehr gelegen. „Dadurch haben wir mehr Zeit, nach Ersatz zu suchen“, sagt Wagner. Vor dem schweren Auswärtsspiel in Wels, das die Generalprobe für das Cup-Viertelfinale ist, kommt die längere Regenerationszeit den Rittern sicher entgegen.

Die Gunners empfangen am kommenden Samstag um 19 Uhr den UBSC Graz. Ob Jason Johnson auflaufen kann, ist fraglich.