Erstellt am 24. Juni 2015, 06:51

von Bernhard Fenz

Deutschkreutz: Abstieg kein Thema mehr. Der FC Deutschkreutz bleibt nach einem BFV-Entscheid nun doch in der Liga. Diese wird auf 17 Vereine aufgestockt – die Auswirkungen reichen bis in die 1. Klasse.

Deutschkreutz-Obmann Christian Reumann: »Wir sind alle jetzt einfach glücklich.«  |  NOEN, BVZ
Eine Enthaltung, sonst Einstimmigkeit: Der Vorstand des Burgenländischen Fußballverbands entschied am Montagabend, dass es nun doch nur drei Absteiger aus der BVZ Burgenlandliga geben wird.



Der Viertletzte Deutschkreutz darf in der höchsten Liga des Landes bleiben, da der BFV den Paragraph 5 der Durchführungsbestimmung (siehe unten) nun anders als davor interpretiert.

BVZ.at hatte laufend seit Freitag berichtet:



Zur Vorgeschichte: Für den Fall von drei Absteigern aus der Ostliga in die mit zuletzt 15 Teams bestückte BVZ Burgenlandliga, waren bei den vom Verband ausgegebenen Auf- und Abstiegsbestimmungen an sich vier Absteiger eingeplant – um in der kommenden Saison mit den vorgegebenen 16 Klubs spielen zu können.

Drei Ostliga-Absteiger und drei Aufsteiger aus den 2. Ligen minus einem Meister macht also vier Kellerteams. St. Georgen, Marz, Forchtenstein und auch der Viertletzte – Deutschkreutz.

x  |  NOEN, Dieter Dank/BVZ


Mittlerweile hat sich die Rechtsansicht des BFV nach Prüfung des Regulativs aber geändert. Die BVZ Burgenlandliga wird demnach nun auf 17 Klubs erhöht (salopp ausgedrückt soll bei einer „Kann-Bestimmung“ – siehe unten – im Zweifel für den Nichtabstieg entschieden werden), um nicht mehr als drei Vereine in die 2. Ligen schicken zu müssen.

Erst in den Folgejahren würde der Abstieg dann so ausgelegt, dass die Grundzahl wieder 16 Teams erreicht.

Nicht die glücklichste Figur des Verbands

x  |  NOEN, BVZ
BFV-Präsident Gerhard Milletich bestätigte unmittelbar nach der Vorstandssitzung den Klassenerhalt gegenüber der BVZ: „Nach Prüfung des Regulativs kamen die Juristen zu der Meinung, dass Deutschkreutz nicht absteigen sollte. Dieser Empfehlung ist der Vorstand selbstverständlich gefolgt.“

Das Regulativ an sich lasse zwar grundsätzlich einen Interpretationsspielraum offen, trotzdem sei laut Milletich die Sache nun klar. „Ich bin auch froh, dass im Sinne der Sportlichkeit und vor allem ohne große Emotionen auf sachlicher Ebene entschieden wurde.“

Selbstkritischer Nachsatz des Verbands-Chefs: „Wir haben dabei aber nicht die glücklichste Figur gemacht, das muss ich schon zugeben.“

Dem FC Deutschkreutz wird es jedenfalls egal sein. Obmann Christian Reumann sagte: „Wir sind alle glücklich. Zwei Jahre Arbeit und Energie sind doch noch belohnt worden.“

Ein Aufstiegsplatz in Gruppe Mitte noch offen

x  |  NOEN, BVZ
Somit ist auch in weiterer Folge (fast) alles klar. Aus der 2. Liga Mitte steigt mit Neudörfl der Zweite auf – weil die Platzbreite von Meister Sigleß nicht ausreicht (die BVZ berichtete) und mittlerweile in diesen Fällen keine Ausnahmegenehmigungen mehr erteilt werden.

Noch nicht feststeht allerdings, wer neben Meister Loipersbach aus der 1. Klasse Mitte in die 2. Liga Mitte gehen wird. Durch den „Kreutzer“ Klassenerhalt gibt es dort wieder zwei Aufstiegsplätze. Vizemeister Kaisersdorf wird aber verzichten – und ist aufgrund der zuerst ausgegebenen Abstiegs- und Aufstiegslage auch der Verlierer der Causa.

Sektionsleiter Robert Renner erklärt: „Für uns war nach dem Parndorfer Relegations-Aus und dem vermeintlichen Deutschkreutzer Abstieg klar, dass wir nicht aufsteigen können. Dementsprechend war die Luft draußen – und als kleiner Verein können wir in der Kürze keine Elf für die 2. Liga aufstellen.“

Wenn, dann wird es der ASK Kobersdorf

Zum Zug käme dann der Dritte, Kobersdorf. Dort sagt Trainer Georgi Bidzinashvili vorab: „Ich will nächste Saison in der 2. Liga spielen, weil es für die Spieler und für mich reizvoller ist.“

Heute, Mittwoch, soll das Thema bei den Mittelburgenländern im Zuge einer Vorstandssitzung behandelt werden – bis Freitag muss dann seitens des BFV eine Entscheidung fallen. Sagt Kobersdorf „Ja“, sind wieder 16 Mannschaften dabei.

Bei einem Verzicht wäre die 2. Liga Mitte 2015/2016 auf 15 Klubs reduziert – denn auf die dortige Abstiegssituation hat dieses Thema keine Auswirkungen. Antau hat den Spielbetrieb eingestellt, wird an die letzte Stelle gereiht. Neutal und Hirm müssen zurück in die 1. Klasse Mitte.

Wissenswertes:

Durchführungsbestimmungen des BFV, Paragraph 5, Klassenstärke, Auf- und Abstiegsregelungen.

Absatz 1a: „Der Burgenlandliga gehören 16 Vereine an. Durch den Abstieg aus der Regionalliga Ost kann die Burgenlandliga dann bis auf 18 Vereine erhöht werden, wenn sich nach den geltenden Abstiegsbestimmungen mehr als 3 Absteiger aus ihr ergeben würden. Sollte sich durch die derzeitigen Auf- und Abstiegsbestimmungen eine höhere Zahl als 18 ergeben, haben aus der Burgenlandliga in diesem Fall soviele Vereine abzusteigen, dass die Zahl 18 nicht überschritten wird (also mehr als 3 Vereine). In den Folgejahren müssen aus der Burgenlandliga solange vier Vereine absteigen, bis die Grundzahl 16 wieder erreicht ist.“