Erstellt am 26. Januar 2011, 00:00

Die Fußballstars im Gepäck. ÖFB-PARTNER / Ein Hornsteiner Busunternehmen ist für die Fahrten des A-Teams und dessen Gegner in Österreich sowie aller Nachwuchs-Nationalmannschaften zuständig.

Seit 2006 war „k & k Busreisen“ aus Hornstein für Fahrten der ÖFB-Nachwuchsteams und der Gegner des A-Teams zuständig, mittlerweile laufen alle Transfers über das Unternehmen.Z.V.G.  |  NOEN
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VON BERNHARD FENZ

Wie so oft im Leben, spielte der Zufall Regie. Es war im Jahr 2005, als Stefan Kutsenits (39), seines Zeichens mit Bruder Gerald (38) Chef des Hornsteiner Familienunternehmens „k & k Busreisen“, einen Anruf eines Freundes erhielt – Alex Gruber. Damals, als Gruber (mittlerweile Manager des SC Wiener Neustadt, davor Nachwuchs-Teammanager im ÖFB) noch Angestellter im VIVA Steinbrunn war, kam im Rahmen eines U15-Teamtrainingslagers der bestellte Bus nicht. Also sprang Kutsenits spontan ein. Und der ÖFB kam auf den Geschmack: „Von 2006 bis 2009 sind wir dann mit den Nachwuchs-Nationalmannschaften und deren Gegnern gefahren. Wir haben uns bis zu den gegnerischen A-Teams hochgedient.“

Auch das fehlende Mosaiksteinchen – das eigene A-Team – sollte folgen: Seit 2009 ist das Busunternehmen mit einem (bereits verlängerten) Vertrag für alle Nationalmannschaften, die in Österreich spielen, ausgestattet.

Wenn es um „die Großen“ geht, führt dabei kein Weg an Stefan Kutsenits vorbei. Er chauffiert Didi Constantini, Christian Fuchs und Co. höchstpersönlich. Zu Streitereien unter den Firmenchefs führte dieses Thema übrigens nie, wie Bruder Gerald schmunzelnd klarstellt: „Er ist der Sportler von uns beiden.“

Ein Ex-Tormann sitzt  hinter dem Lenkrad

Also lenkt Stefan Kutsenits – ehemaliger Goalie bei Leithaprodersdorf, Steinbrunn und Hornstein – den luxuriösen Bus mit den rot-weiß-roten Stars. „Ich habe selbst einmal bis zur Landesliga gespielt, von daher war es damals klar, dass ich das mache. Es soll auch nicht jedes Mal ein anderer der Chaffeur sein.“

Vertrauen ist schließlich wichtig. Das gilt nicht nur für die Spieler und für den Betreuerstab, sondern freilich auch für den Busfahrer. Mittlerweile ist Kutsenits längst ein Teil des Ganzen. Dass er etwa beim Team am Betreuertisch speist, ist in diesem Zusammenhang ganz normal.

Probleme gäbe es wahrscheinlich, wenn Kompetenzen überschritten und Aufgaben nicht eingehalten würden. „Der Bus soll gestartet sein, wenn die Mannschaft einsteigt. Wenn es kalt ist, soll es innen bereits warm sein. Das alles ist relativ klar. Und gewisse Dinge gehen natürlich nicht. Vor einigen Jahren etwa wollte einmal ein Fahrer von einem unserer Partnerunternehmen seinen Sohn mitnehmen. Das haben wir natürlich sofort abgestellt.“

Schließlich sollen die Kicker während der Fahrt von der ersten (dort sitzen die Betreuer rund um Teamchef Didi Constantini) bis zur letzten Reihe (für gewöhnlich besetzt von Mark Janko und Marko Arnautovic) unbelästigt sein und sich wohlfühlen.

Das lässt sich machen. Hier unterstreicht Kutsenits den einfachen und vor allem unkomplizierten Umgang: „Alles ist total nett, es gibt keine Probleme.“

Englische Superstars und  Koffer tragende Holländer

Etwas komplizierter war da schon die Angelegenheit, als das englische Team vor einigen Jahren im Zuge eines Spiels in Österreich vom Hornsteiner Busunternehmen betreut wurde. „Das war spannend. Erst gab es einen intensiven Security-Check des Busses, dann wurden wir eine halbe Stunde lang gebrieft, was wir tun durften und was nicht. Das Gepäck wurde dann separat geführt, alles mit Polizeibegleitung. Und die Spieler brauchten nur ihr Handy – verwöhnt von vorne bis hinten.“

Kutsenits erinnert sich aber auch an andere Beispiele: „Die Schotten oder die Niederländer waren im Umgang sensationell – die haben sich sogar selbst die Koffer getragen…“

Und ein kleines Andenken – etwa in Form eines handsignierten Teamleiberls – ist als Bonus fast immer drin.

Worum es bei dem Deal mit dem ÖFB unterm Strich geht, bestätigt das Brüderpaar unisono: „Wir haben vertragliche Preise, die sind für den ÖFB in Ordnung. Zudem sind wir sehr flexibel, was in diesem Geschäft wichtig ist. Und für uns ist der Werbewert natürlich immens.“ Das riecht tatsächlich nach einer Win-Win-Situation. Für beide Seiten.

Die beiden Chefs Gerald und Stefan Kutsenits (v.l.) mit dem logischen Kennzeichen des A-Nationalteam-Busses. Aktiv ist das Busunternehmen neben Reisen quer durch Europa auch als Partner von ÖBB-Postbus im Linienverkehr.FENZ

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