Erstellt am 05. August 2015, 06:51

von Bernhard Fenz

Die nächste Stufe der Lernphase. Tipico Bundesliga | Der SVM verlor trotz Überlegenheit das erste Spiel – Trainer Ivo Vastic prognostiziert Ergebnis-Schwankungen.

Linksverteidiger Mike Novak (hier mit Arzt Martin Ivascnhitz, l., und Masseur Gery Popovits) verletzte sich bei der Admira am Knie und musste vom Platz. Ausgerechnet in dieser Phase der numerischen Unterzahl kassierte Mattersburg über links den 0:1-Gegentreffer.  |  NOEN, Ivansich
Wer 21 von 36 Spielen in der Saison gewinnt, der verwöhnt seine Fans. Beim SV Mattersburg war das 2014/2015 der Fall – im Meisterjahr der Ersten Liga.

Jetzt, als Aufsteiger in der tipico Bundesliga, ist die Erwartungshaltung an die siegeshungrige Truppe hinter vorgehaltener Hand ebenfalls groß.



Grödig und Altach (in den vergangenen beiden Jahren höchst erfolgreiche Aufsteiger) lassen grüßen, zudem hat Grün-Weiß in Runde eins den regierenden Meister Salzburg mit 2:1 besiegt.

Dass es zuletzt in der Südstadt bei der Admira den ersten Dämpfer gab, mag vom Ergebnis her bitter sein, der Blick auf die Leistung ist und bleibt für Trainer Ivo Vastic aber ein positiver: „Wir waren überlegen und haben bis zum Schluss gekämpft.“

Wer nicht konzentriert bleibt, wird bestraft

Nicht gut gefallen hat dem Cheftrainer natürlich der fehlende Abschluss, aber auch die klaren Möglichkeiten waren Vastic in der Südstadt zu wenig. Unaufmerksamkeiten bei den Gegentreffern, die eine Liga weiter unten vielleicht noch ohne Konsequenzen geblieben wären, blieben nun folgenreich.

„Das ist eben so in der Bundesliga: Wenn du nicht bis zum Schluss konzentriert bleibst, wirst du bestraft. Diese Erfahrungen machen jetzt auch einige Spieler.“

x  |  NOEN, Ivansich


Interessant ist übrigens der Umstand, dass die Admira als Heimverein mit einer offensichtlichen Defensivtaktik aufgetreten ist. Scheinbar eilt dem SV Mattersburg hier der Ruf der attraktiven Spielweise voraus.

„Natürlich ist so etwas ein Qualitätssignal auf längere Sicht“, so Vastic, der zudem auch klarstellt: „Man kann nicht jedes Spiel gewinnen. Wir werden speziell bei den Ergebnissen auch Schwankungen haben.“

Kein Transfer-Stress: „Kader ist stark genug“

Am Samstag ist Ried zu Gast im Pappelstadion. Vastic erwartet sich eine offene Partie und geht bei den Oberösterreichern (ein Punkt nach zwei Spieltagen) nicht von einer strikten Defensivtaktik aus: „Die können auch vorne pressen und werden sicher versuchen, aktiv zu sein.“

Fehlen wird Mike Novak, der am Samstag mit einer Knieverletzung ausschied. Ein zu weit vorgelegter Ball inklusive anschließendem Zweikampf endete mit dem Aus. „Ich habe das Knie weder strecken noch abwinkeln können, die Samstagnacht war nicht schön“, so der 24-jährige Profi am Montagvormittag.

Wie sich herausstellte, ist der Innen-Meniskus gerissen – ein operativer Eingriff sowie eine Zwangspause von mindestens acht Wochen wird nötig sein.

Unabhängig davon versandete zuletzt das Transfer-Thema „neuer Innenverteidiger“. Bis 31. August dauert die Übertrittszeit im Profifußball noch, der SVM werde aber tendenziell passiv bleiben, wie der Sportliche Leiter Franz Lederer klarstellte: „Man soll nie nie sagen. Aber wir erachten den Kader für stark genug, auch was die Defensive betrifft.“ Dass Linksverteidiger Novak für mehrere Wochen ausfallen wird, sei in dem Zusammenhang kein Grund für erhöhten Stressfaktor.