Erstellt am 24. Oktober 2012, 00:00

Die schmerzhafte Zeit geht zu Ende. Tipp3 Bundesliga / SVM-Profi Philipp Steiner feierte bei Sturm Graz nach zehn Monaten sein Bundesliga-Comeback.

Rustikal: Andreas Hölzl (am Boden) gegen Wilfried Domoraud – daneben war Manuel Seidl (r.) bereits in der Vorwärtsbewegung. Letztlich trennten sich Sturm Graz und Mattersburg mit 0:0.Gepa  |  NOEN
Von Bernhard Fenz

Bandscheibenvorfall? Chronische Rückenprobleme? Philipp Steiner hat zähe Monate hinter sich. Noch im vergangenen Herbst zählte der Podersdorfer zum Stammpersonal bei den Profis, nach dem Trainingslager in Portugal fiel er aber aus. Der Rücken spielte nicht mit, eine schlüssige Diagnose war aber lange Zeit nicht möglich.

Mittlerweile ist Steiner dem Problem auf den Grund gekommen. Den defensiven Mittelfeldspieler plagt(e) ein Knochenödem an der Wirbelsäule – das ist mittlerweile am Abheilen, Steiner kann bereits jetzt wieder voll mitmachen. Seit rund fünf Wochen steht der 25-Jährige komplett im Training mit der Mannschaft, nach zwei Spielen bei den Amateuren bot ihn Trainer Franz Lederer am Samstag in Graz gegen Sturm bereits von Beginn an auf. „Das Spiel bei den Amateuren in Stegersbach war für mich entscheidend, sodass er eine echte Überlegung war. Ich bin in meinem Eindruck bestätigt worden. Er hat sich, so wie man ihn kennt, vollkommen in den Dienst der Mannschaft gestellt.“ Philipp Steiner ist also wieder an Bord. Und zuversichtlich: „Es ist ein wirklich gutes Gefühl, zu wissen, was das Problem war.“

Jede Menge Training trotz Spielpause 

Getan hat er einiges dafür, um wieder fit zu werden. Leichte Bewegung war das Beste, ein locker flockiges Programm sieht trotzdem anders aus. Zwölf Trainingseinheiten pro Woche spulte Steiner während der Zeit abseits der Mannschaft herunter. Und es hat sich ausgezahlt: Mittlerweile lebt der verlässliche Mittelfeldakteur körperlich wieder halbwegs entspannt. „Die Schmerzen haben meinen Alltag geprägt. Als dann Dinge wie Schlafen besser geworden sind, habe ich gewusst, dass ich das Problem in den Griff bekommen werde.“ In der Früh spüre er zwar auch jetzt noch ein wenig, nach etwas Bewegung ist das aber wieder weg. Somit steht Lederer nach Wil Domoraud mit Steiner ein weiterer ehemaliger Langzeitverletzter wieder zur Verfügung.

Aber auch Nedeljko Malic feierte in der Steiermark nach seiner am 11. August erlittenen Knieverletzung ein gelungenes Comeback – Mattersburg bot beim 0:0 gegen Sturm vor allem defensiv eine starke Leistung. Vor dem Heimspiel gegen Innsbruck (Samstag, 18.30 Uhr) fehlt somit nur Dominik Doleschal fix. Er wurde übrigens in der vorigen Woche erfolgreich am Kreuzband operiert.

Fraglich ist Ado Mravac: Der Innenverteidiger erlitt gegen Sturm nach einem Zweikampf mit Rubin Okotie (dieser traf ihn mit dem Arm) einen Nasenbeinbruch. Operiert werden muss der 30-Jährige nicht. Ob er mit einer Gesichtsmaske spielen kann, stand noch nicht fest.

„Wir dürfen nicht  

Sportlich ist für Franz Lederer jedenfalls klar, dass gegen die Tiroler noch mehr Initiative gefragt sein wird. „Es ist ein ganz anderes Spiel als gegen Sturm. Dort wollten wir ungeschlagen bleiben, jetzt wollen wir natürlich gewinnen.“ Dafür fordert der Coach mehr Kaltschnäuzigkeit, wenn er etwa an die gute Chance von Thorsten Röcher in Graz zurückdenkt. „Diese Momente und Situationen müssen wir nützen. Da dürfen wir nicht lange herumfackeln, sondern müssen uns schneller auf solche Situationen einstellen.“