Erstellt am 03. November 2010, 00:00

Die seltene Freude auf ein Auswärtsspiel. TIPP3 BUNDESLIGA / Mattersburg brachte in der Ferne oft wenig bis nichts zusammen – jetzt ist es bald umgekehrt.

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VON BERNHARD FENZ

Die „Festung Pappelstadion“ ist ein historischer Begriff. Schließlich werden Festungen ja nicht im allwöchentlichen Meisterschaftsrhythmus erobert. Mattersburg ist aber in dieser Saison zum Beschuss freigegeben – rein sportlich gesehen, versteht sich. Fünf Niederlagen, ein Unentschieden und nur ein Sieg sind Beleg dafür, dass es an der Michael-Koch-Straße nicht klappt.

Weil die zehn mageren Punkte aber von irgendwo herkommen müssen, sieht eben die Auswärts-Bilanz um eine Nuance besser aus. Zwei Siege holte der SVM – hintereinander, immerhin. Das war in der mittlerweile traditionsreichen Bundesliga-Geschichte nicht so oft der Fall. Und weil die Jubelgesänge beim LASK (1:0) sowie in Ried (3:1) noch leicht nachhallen, steigt wohl auch die Zuversicht von Trainer Franz Lederer vor der Reise nach Tirol – Innsbruck muss am Samstag bekämpft werden.

Das andere Gesicht in  einem anderen Stadion

Ganz abgesehen davon, dass der Aufsteiger aus dem Westen zuletzt auch nicht gerade brav anschreiben konnte – in fünf Spielen gerade einmal einen Punkt holen ist dürftig – sagt Lederer: „Die werden uns jetzt als willkommene Gäste sehen. Dass sie einige Spiele lang nicht punkten konnten, zählt für uns aber nicht.“ Dafür sitzt der SVM zu fest im Glashaus, die Burgenländer müssen laut Lederer vielmehr genau einen Blick haben (den auf sich selbst) und so auftreten: „Auswärts waren wir zuletzt engagierter, besser organisiert und disziplinierter. Jeder hat das gemacht, was auch seine Aufgabe war.“ Weil diese Vorgaben in Oberösterreich zweimal geklappt haben, ist trotz der bitteren 0:1-Heimniederlage gegen Kapfenberg also Zuversicht erlaubt. Und vielleicht überrascht Lederer ja gar mit einer adaptierten Elf. Der Coach kann sich die eine oder andere Veränderung vorstellen, stellt aber klar. „Wichtig ist, dass alle am Platz die Mentalität an den Tag legen, die nötig ist.“

Kein Vorbeikommen. Manuel Seidl (r.) und seine Kollegen konnten vor der Pause keine Akzente setzen und danach den Kapfenberger Abwehrriegel nicht knacken. Für Ralph Spirk (l.) hingegen war der Samstag ein großer Tag – er schoss die Steirer zum ersten Sieg in Mattersburg.

FRANZ BALDAUF