Erstellt am 16. November 2011, 00:00

DIE VORGANGSWEISE. BURGENLÄNDISCHER FUSSBALLVERBAND / Wer folgt Geschäftsstellenleiter Schneider – und vor allem wann? Die operative Zukunft bleibt weiter offen.

Die Angestellten des BFV: Geschäftsstellenleiter Hans Schneider (r.) mit Stellvertreter Karl Schmidt (l.), Klaus Weber (vorne) und Heinz Lautischer. Im April 2012 soll Schneider in Pension gehen, ein Nachfolger ist noch nicht in Sicht. FOTO: HAFNER  |  NOEN
VON BERNHARD FENZ

Karl Kaplan verabschiedet sich bei der nächsten Hauptversammlung am 3. März 2012. Das steht einmal ohne Wenn und Aber fest. Ihm wird, so nicht wider Erwarten etwas passiert, der bisherige Vize Gerhard Milletich als neuer BFV-Präsident folgen.
Die Wachablöse an der Spitze des Verbandes ist allerdings zufälligerweise auch mit einer anderen Personalentscheidung eng verbunden – und die steht noch aus. Mit 31. März 2012 endet nämlich die Tätigkeit von Hans Schneider als Geschäftsstellenleiter des Fußballverbandes.

Bereits jetzt fix: Die Stelle wird nicht intern nachbesetzt

Bekannt ist dieser bevorstehende Wechsel seit langem. Im September wurde die Stelle (die ab 1. Jänner 2012 besetzt werden soll) schließlich öffentlich ausgeschrieben. Rund 70 Bewerbungen trudelten ein – eine große Zahl, der Kreis an kompetenten Kandidaten wurde aber bald kleiner. Jetzt, Mitte November, ist noch kein Nachfolger in Sicht.
Ein Problem? Jein. Karl Kaplan sieht den Verband in dieser Causa auf Schiene, stellt aber klar: „Natürlich ist es nicht einfach, die richtige Person zu finden. Der Kreis der Kandidaten, die dafür in Frage kommen könnten, ist aber da.“ Definitiv kein Thema mehr ist eine interne Nachbesetzung. Karl Schmidt, aktuell Schneiders Stellvertreter, stand als konkreter Nachfolger im Raum, entschied sich dann aber doch gegen den Ressort-Wechsel innerhalb des Verbandes, sagte ab und bleibt somit auch weiter primär für die Arbeit mit den Vereinen in Bezug auf den Spielbetrieb zuständig.
Was übrigens passieren würde, wenn sich aus den potenziellen Nachfolgern doch kein neuer Geschäftsstellenleiter hervor täte, darauf wollte der BFV-Präsident offiziell nicht eingehen. „Das kann man erst dann sagen, wenn es wirklich soweit wäre.“

Letzte Entscheidung liegt beim neuen „Präsi“ in spe

Fakt ist aber auch, dass Kaplan nicht alleine entscheiden wird und will – angesichts des bevorstehenden Machtwechsels hat vor allem die Stimme von Gerhard Milletich Gewicht. Der Parndorf-Obmann und BFV-Vizepräsident wird zwar offiziell erst am 3. März in sein neues Amt gewählt, er sollte aber vorab schon die Personalentscheidungen wesentlich (mit)tragen. „Wir haben das Thema erst kürzlich im Präsidium behandelt. Von unserer Beurteilung her sind fünf, sechs Kandidaten dabei, die die Aufgabe theoretisch erfüllen könnten. Eine Entscheidung ist aber noch nicht gefallen.“

„Wir müssen das offen und dynamisch gestalten“

Und es ist nicht in Stein gemeißelt, dass die besagte Entscheidung tatsächlich bald fallen wird. Milletich wünscht sich „jemanden, der längerfristig in der Lage ist, die Geschäftsstelle zu leiten und sämtliche wichtigen Bereiche abzudecken. Dazu sollte man an diese Aufgabe offen, jung und dynamisch herangehen. Für mich ist der Verband auch eine Servicestelle, die etwas bietet und wo vor Ort die nötigen Wünsche erfüllt werden können.“ Also sollte Hans Schneiders Nachfolger(in?) einerseits das Handwerk bestens verstehen, andererseits für möglichst frischen Wind in der Geschäftsstelle sorgen und den BFV so auch als modernen Verband repräsentieren. Inwieweit die Kandidatenliste diesem Anforderungsprofil entspricht, wird sich weisen. Schon jetzt stellte der Präsident in spe aber klar, dass im Falle des Falles ein späterer Einstellungstermin auch kein Beinbruch wäre: „Es geht ja nicht nur darum, punktgenau den 1. Jänner einzuhalten. Sollte es nötig sein, noch etwas zuzuwarten, um dann eine optimale Lösung zu finden, wäre das auch in unserem Sinne.“

In jedem Fall würde dann die Zeit aber noch mehr drängen – schließlich sollte Hans Schneider (61) die neue BFV-Führungskraft auch dementsprechend einschulen. Geplant war, dass ab Jänner drei Monate parallel gearbeitet wird, bis sich der Litzelsdorfer mit 1. April in die Pension verabschiedet.
Übrigens: Schneider selbst könnte sich (mittlerweile) sehr wohl damit anfreunden, im Falle des Falles – sollte also in naher Zukunft keine Lösung gefunden werden – doch noch weiterzumachen: „Wenn es ein entsprechendes Angebot gäbe, könnte ich mir gut vorstellen, noch bis 31. Mai 2013 zu bleiben.“ Kein zufällig gewählter Zeitpunkt: 2013 findet im Mai die ÖFB-Hauptversammlung in Pamhagen statt.