Erstellt am 01. August 2012, 00:00

die Nummer eins geht. ungewöhnlichste rot-goldene Derby – heuer steigt es wieder.

Derby-Protagonisten 2012: Michael Hafner, Alexander Dau und Andreas Teuschitz (v.l.) gehen für den SK Pama ins Rennen. Andreas Krist, Andreas Werdenich und Christoph Werdenich (v.l.) spielen für den UFC (und das, wie unschwer an den Trikots zu erkennen ist, in Lazio-Rom-Dressen...) - was alle verbindet: kein Hass, sondern große Vorfreude auf das sportliche Duell. FOTO:  |  NOEN, CHRISTOPHER SCHNEEWEISS

VON BERNHARD FENZ UND

CHRISTOPHER SCHNEEWEISS

Frühjahr 1996. Der SK Pama kämpft in der 1. Klasse Nord um den Titel und verspielt diesen in der vorletzten Runde durch ein 2:2 im Derby gegen Nachzügler UFC Pama beinahe. Erst am letzten Spieltag gelingt vor 1000 Besuchern ein Auswärtssieg im direkten Duell beim UFC Pamhagen. Der SK steigt in die 2. Liga Nord auf, das Derby gegen den UFC ist Geschichte. Bis 2012.
Am 8. September steigt nach über 16 Jahren wieder ein Lokalschlager – weil der SK zuletzt in die 1. Klasse absteigen musste. So hat die 1100-Einwohner-Gemeinde erneut ihr „Stadtderby“. Das Interesse (vor allem aus den Ortschaften der Region) ist groß – wenn das Wetter mitspielt, könnte die 1000-Zuschauer-Grenze fallen.
Überhaupt ist die Renaissance des Pama-internen Duells insofern besonders, als es sich nicht um verschiedene Ortsteile einer Großgemeinde handelt, sondern tatsächlich um zwei getrennte Klubs in ein und demselben Dorf.
SK gegen UFC, das ist Rot gegen Schwarz, SPÖ-lastig gegen ÖVP-lastig, so wie das eben in einigen Ortschaften üblich war – zwei aktive Sportvereine mit unterschiedlichem politischen Hintergrund. Viele Parallelklubs sind längst fusioniert. Nicht aber in Pama.

„Wir sind schon damals zusammen fortgegangen“
Dort bestehen beide Vereine nach wie vor auf ihre Eigenständigkeit. Jetzt, da es durch den Abstieg wieder erstmals seit 16 Jahren um die Nummer eins im Ort geht, sind die aktuellen Protagonisten aber bemüht, den emotionalen Ball flach zu halten. Einer davon ist Dieter Steiner, Obmann des SK: „Da wird von außen viel zu viel reininterpretiert – etwa dass wir im Ort deshalb verfeindet sind. Die UFCler besuchen unseren Sommerball, wir sind bei ihren Veranstaltungen, das ist schon alles vermischt. Natürlich ist das Derby etwas Besonderes. Aber man spielt die 90 Minuten, danach steht man miteinander an der Budl. Und wenn wir sonst alle Spiele gewinnen, verliere ich das Derby sogar gerne …“ Markus Jankovich, geschäftsführender Obmann des UFC Pama, schlägt in dieselbe Kerbe: „Wir sind schon damals zusammen fortgegangen und nebeneinander in der Disco gestanden. Sicher besteht ein Konkurrenzkampf – der belebt das Ganze –, aber es ist nicht so extrem, wie man annehmen könnte.“

Wenn ein UFCler kurz zum SK-Pama-Fan mutiert
Keine Gehässigkeiten begleiten also das interne Dorfduell, sehr wohl aber steckt(e) jede Menge Prestige dahinter, wie Stefan Werdenich erzählt. Er war anno dazumal an der Seite von Josef Hickersberger beim UFC aktiv und später langjähriger Obmann: „Der Derby-Gewinner war ein halbes Jahr in Pama der Meister, der Verlierer der Trottl. Das Spiel an sich war zwar immer ein bisschen kampfbetonter, energisch reagiert haben aber eigentlich nur die Zuschauer.“
Interessanter Nachsatz: „Lieber wäre mir trotzdem gewesen, wenn der SK in der 2. Liga geblieben wäre. Dann hätten wir jetzt alle unsere Ruhe und keiner würde über das Derby sprechen.“