Erstellt am 02. November 2011, 00:00

Doping-Urteil: „Zweierlei Maß“. RADSPORT / Michael Knopf sieht den Dopingprozess von Dinko Jukic als Witz: „Im Radsport wird sofort jeder auf Verdacht hin gesperrt.“

Der 31-jährige Michael Knopf strebt einen Zivilprozess an.  |  NOEN
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Radprofi Michael Knopf versteht die Welt nicht mehr – zumindest die Welt der Nationalen Anti-Doping Agentur (NADA). Grund dafür: das Urteil gegen Schwimmstar Dinko Jukic. Der Schwimmer hatte vor fünf Monaten eine Kontrolle verweigert – nach den NADA-Richtlinien wurde ein Verfahren eingeleitet. Nun das Urteil, welches Knopf sauer aufstößt: Jukic hatte zwar zwei Dopingverstöße begangen (Zeitpunkt eines Tests nicht eingehalten und an der Durchführung nicht mitgewirkt), wurde jedoch nicht verurteilt. Konsequenzen: keine. Jukic hat weder Sanktionen noch eine Sperre zu befürchten.

„Das ist die größte Frechheit überhaupt“, empörte sich Knopf. „Nichts gegen Jukic, ich freue mich für ihn. Aber hier wird mit zweierlei Maß gemessen.“ Der Zillingtaler selbst wurde wegen Dopingvorwürfen gesperrt. Sowohl Einnahme, Besitz als auch Weitergabe illegaler Substanzen wurden ihm vorgeworfen – lediglich auf Verdacht. „Mittlerweile wurde ich von Einnahme und Weitergabe freigesprochen, Dinge, die man zweifelsfrei belegen und prüfen kann. Nur der Besitz wird mir vorgeworfen, doch so etwas ist unmöglich zu be- oder widerlegen“, meinte Knopf. Was das Radass stört, ist das Urteil: „Wenn es ein Schwimmer ist, passiert nichts, obwohl eindeutig ein Verstoß begangen wurde.“