Erstellt am 21. Januar 2015, 05:44

von Bernhard Fenz

Dujmovits: „Brauche nur das fahren, was ich kann“. Olympiasiegerin Julia Dujmovits sprach vor den Rennen über ihre gute Stimmungslage und den Vergleich mit Sotschi.

Österreichs Medaillen-Hoffnung: Im Vorjahr strahlte Julia Dujmovits als frischgebackene Olympiasiegerin mit der rot-weiß-roten Fahne in Händen. Am Donnerstag und Freitag peilt sie Edelmetall im Lachtal an. Foto: ÖOC  |  NOEN, ÖOC Spiess/HONORARFREI
Alles ist angerichtet. Am Donnerstag nimmt die Sulzerin Julia Dujmovits (27) im Lachtal den Parallel-Slalom (8.15 Uhr Quali, 13 Uhr Finale) in Angriff, am Freitag (8.15 Uhr Quali, 13.30 Uhr Finale) folgt dann der Riesenslalom.

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Vor knapp elf Monaten holte sie im russischen Sotschi Gold im Olympia-Slalom, jetzt fühlt sich die Südburgenländerin bereit für zweimal Edelmetall.

Versprechen will und kann sie freilich nichts. Die BVZ plauderte mit ihr am Montag vor der Abreise ins Lachtal.

BVZ: Sie gehen als eine der Top-Favoritinnen in die beiden Rennen. Belastet die Ausgangslage?
Julia Dujmovits: Nein. Ich kann ohnehin für nichts garantieren, aber ich habe alles gemacht, um die Möglichkeit auf den Sieg zu wahren. Das Setup stimmt, meine Kondi stimmt, mental bin ich richtig gut eingestellt. Es passt soviel zusammen, das ist einfach ein Wahnsinn und pusht natürlich extrem.

„Ich sehe das alles einfach als Riesenchance“

Verspüren Sie Druck?
Sobald ein Satz mit „Ich muss…“ anfängt, ist Druck im Spiel. Das Rennen an sich besteht ohnehin nur aus Frontside- und Backside-Schwüngen. Ich sehe das alles einfach als Riesenchance und einzigartige Gelegenheit, mich bei einer Heim-WM vor heimischen Fans zu präsentieren.

Im Februar 2014 haben Sie bei den Olympischen Spielen erstmals Gold geholt. Ins Lachtal kommen Sie als Vize-Weltmeisterin, Gold fehlt noch. Ist die WM mit Sotschi vergleichbar?
Von der Anspannung her ist es das Gleiche. Wenn du etwas unbedingt erreichen willst, macht es keinen Unterschied, ob es sich um Olympia oder um ein anderes Rennen handelt.

„In beiden Disziplinen bin ich sehr stark drauf“

Was gilt es für Sie nun vor den beiden Rennen noch zu tun? So knapp davor wird es wohl nur noch um punktuelle Maßnahmen gehen, um ein letztes Aktivieren.
Ich werde mich laufend in die Renn-Situation versetzen und mir da bewusst Stress machen – damit ich dann im Ernstfall auch damit umgehen kann. Das schiebe ich nicht weg, sondern nehme es an.

Slalom oder Riesenslalom – wo rechnen Sie sich größere Medaillenchancen aus?
Der Hang im Lachtal ist technisch anspruchsvoll, das kommt mir sicher zugute und ist besser, als wenn es zu flach ist. In beiden Disziplinen bin ich sehr stark drauf, der Speed passt. Ich brauche nur das fahren, was ich kann.