Erstellt am 25. Februar 2014, 13:05

von Bernhard Fenz, Daniel Fenz und Martin Ivansich

Dujmovits: „Kann es noch nicht ganz realisieren“. Die Sulzerin hat den Sport-Olymp erreicht und wird seitdem kollektiv gefeiert. „Das ist positiver Stress.“

Yes! Nach dem Finallauf gegen die Deutsche Anke Karstens kannte der Jubel bei Neo-Olympiasiegerin Julia Duijmovits keine Grenzen.  |  NOEN, GEPA pictures/ Andreas Pranter
Von Bernhard Fenz, Daniel Fenz und Martin Ivansich

Rund 5.000 Fans hatte Julia Dujmovits auf ihrer Facebook-Seite. Vor den Olympischen Spielen. Mittlerweile ist die Kleinigkeit von rund 39.000 Anhängern dazugekommen, Stand Montagabend waren es knapp 44.000, Tendenz steigend.



So kann es gehen, wenn man Olympia-Gold erreicht. Mit einem Schlag steigerte sich der Bekanntheitsgrad der Südburgenländerin, die über die Grenzen hinweg spätestens seit ihrer Silbernen 2013 bei der WM im kanadischen Stoneham auffällig wurde, raketenförmig.

Rot-weiß-rote Glückwunsch-Lawine

Noch am vergangenen Mittwoch war das vorzeitige Ausscheiden von Julia Dujmovits in der Qualifikation des olympischen Parallel-Riesenslalom-Bewerbs – schon da hatten viele mit einem Erfolg spekuliert – nur eine Randnotiz, spätestens am Samstag brachen dann die rot-weiß-rote Glückwunsch-Lawine und der kollektive Jubel aus. „Ich habe die beste Antwort darauf gefunden, es ist einfach nur super.“

Dujmovits, Fünfte der Quali, gewann das Achtelfinale gegen die Russin Alena Zavarzina, das Viertelfinale gegen Julie Zogg aus der Schweiz, das Halbfinale gegen die Italienerin Corinna Boccacini und das Große Finale gegen Anke Karstens aus Deutschland. Mit zwölf Hundertstel Sekunden Vorsprung drückte sie Körper und Board über die Ziellinie. Der Rest? Emotion pur.

„Es ist ein brutal anstrengender Job“

Spätestens bei der Siegerehrung und der Hymne kam dann zum permanenten Adrenalin-Rausch auch Nachdenklichkeit und Dankbarkeit, wie Dujmovits am Abend des Goldtags zugab: „Man kriegt in so einem Moment so viel zurück. Ich bin einfach wirklich dankbar, dass ich wieder Sport ohne Schmerzmittel betreiben kann.“

x  |  NOEN, GEPA pictures/ Mario Kneisl


Zwei Kreuzbandrisse („Ich kann mich an einen Moment erinnern, wo ich wieder zu laufen begonnen habe. Da sind ältere Damen mit den Walking-Stecken vorbeigekommen und haben mich überholt.“) und ein Knöchelbruch sind die Negativ-Highlights einer großen Pechsträhne, die die Sulzerin vergessen machen konnte.

Nach dem großen Erfolg darf man planlos sein

„Ich bin nach einer Stunde noch immer nicht fertig mit dem Lesen und Beantworten der Glückwünsche gewesen“, berichtete die 26-Jährige der BVZ von den kollektiven Sympathiebekundungen. „Das macht man voll gerne, es war total cool und positiver Stress. Ich kann es noch gar nicht ganz realisieren“, war sie auch bei ihrer Ankunft in Österreich noch hin und weg.

Dass Julia Dujmovits bei der Abschlusszeremonie Fahnenträgerin sein durfte, war „ein Kompliment, eine große Ehre und der Beweis, dass ich etwas geleistet habe“. Wie sich Olympia-Gold auswirken wird? „Ich habe noch keinen Plan, für mich wird sich nicht viel ändern. Jetzt freue ich mich mal auf das Feiern und darauf, nach Hause zu kommen.“