Erstellt am 11. Dezember 2015, 09:49

von APA/Red

Dujmovits peilt Weltcup-Gesamtsieg an: Auftakt in Carezza. Nicht nur die Snowboard-Crosser eröffnen am Wochenende im Montafon ihre Weltcup-Saison, auch die Raceboarder steigen in Carezza (ITA) in ein Jahr ohne Medaillenvergaben ein.

 |  NOEN, BVZ
Mit einem Parallel-Riesentorlauf beginnen Julia Dujmovits und Co. die Jagd nach Weltcup-Punkten. Der Gesamt-Weltcup ist gleich für mehrere ÖSV-Athleten das erklärte Saison-Ziel, auch für Olympiasiegerin Dujmovits.

Der "Pra-di-Tori"-Hang in Carezza hat sich in den vergangenen Jahren als gutes Pflaster für die rot-weiß-roten Sportler erwiesen. Seit 2011 auf dieser Piste Weltcup-Rennen gefahren werden, hat es jedes Jahr einen ÖSV-Sieg gegeben: Benjamin Karl gewann 2011 den Parallel-Slalom, danach folgten Andreas Prommegger (2012/PGS), der mittlerweile zurückgetretene Anton Unterkofler (2013/PGS) und im Vorjahr Marion Kreiner (PGS).

"Nach einer mehr als dreimonatigen Vorbereitungszeit sind alle schon heiß darauf, dass es jetzt endlich losgeht. Wir haben uns in der Vorwoche auf der Reiteralm den letzten Schliff geholt und dort auf einem ähnlich steilen Hang wie in Carezza trainiert", sieht ÖSV-Parallel-Cheftrainer Bernd Krug sein Team perfekt vorbereitet. "Wir verfügen über ein geschlossen starkes Team, das in jedem Rennen für Podiumsplätze gut ist", glaubt Krug.

"Gewinn des Gesamtweltcups definitiv ein Ziel"

Parallel-Slalom-Olympiasiegerin Dujmovits hat ihre Ellbogenluxation von Mitte August gut überwunden und hat sich den Gewinn der Kristallkugel als Ziel gesetzt. "In den vergangenen drei Saisonen habe ich mich voll auf Olympia und die Weltmeisterschaften konzentriert und meinen Fokus nicht so sehr auf den Weltcup gelegt", erklärte Dujmovits, die neben PSL-Gold 2014 in Sotschi auch zweimal WM-Silber (2013 in Stoneham/PGS, 2015 am Lachtal/PSL) erobert hat.

"Das ist in dieser Saison komplett anders. Der Gewinn des Gesamtweltcups ist definitiv ein Ziel von mir. Darauf habe ich in der Vorbereitung konzentriert hingearbeitet. Bei nur sieben Rennen darfst du dir keinen Ausrutscher erlauben und musst ab dem ersten Schwung voll da sein", ergänzte die Burgenländerin.

Marion Kreiner, die in der vergangenen Saison den Gesamtweltcupsieg nur knapp verpasst hatte, hat das gleiche Vorhaben. "Im Riesentorlauf war mein Material im vergangenen Winter im Gegensatz zum Slalom perfekt, daher habe ich in der Vorbereitung viel Zeit investiert, um auch die Slalombretter optimal abzustimmen. Das Material ist jetzt top", sagte Kreiner vor dem Saisonstart.

"Schwung aus steilen Startpassage ist entscheidend"

Nach ihrem Sieg im Vorjahr kam sie mit viel Selbstvertrauen nach Italien. "Entscheidend wird sein, wie viel Schwung man aus der steilen Startpassage in den flachen Schlussteil mitnehmen kann. Im Vorjahr ist mir das ganz gut gelungen", erinnert sich die Steirerin gerne zurück.

Auch Benjamin Karl hat an diesem Schauplatz, vor allerdings schon vier Jahren seinen 14. und bisher letzten Weltcup-Erfolg gefeiert. "Ich stehe nach wie vor gerne ganz oben, und dafür habe ich auch hart gearbeitet", erklärte Karl, der sich körperlich fit fühlt. "Ich habe schon lange keinem Rennen mehr so entgegen gefiebert wie diesem jetzt", gestand der vierfache Weltmeister.

In ihre bereits 22. Wettkampf-Saison startet auch Claudia Riegler, die nach dem WM-Titel im Riesentorlauf im Lachtal optimistisch ist. "Mit der Goldmedaille sind meine Motivation und mein Selbstvertrauen noch einmal größer geworden. Nach der guten Vorbereitung freue ich mich riesig darauf, wieder Rennen zu fahren", sagte die 42-jährige Riegler, die in den Dolomiten ihr 303. Weltcup-Rennen (bisher 300 Einzel, 2 Team) bestreitet.