Erstellt am 09. Februar 2011, 00:00

Ein Duell mit dem Potenzial für eine Weichenstellung. TIPP3 BUNDESLIGA / 17 Runden sind noch zu spielen, wenn der SVM zum Frühjahrsstart beim LASK gastiert. Und doch ist es mehr als nur ein gewöhnliches Meisterschaftsspiel.

Von Jänner 2006 bis Juli 2010 stand Cem Atan beim SV Mattersburg unter Vertrag. Nach einem halben Jahr in der Türkei kehrte er nun in die Bundesliga zurück – zu SVM-Ligakonkurrent LASK.BALDAUF  |  NOEN
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VON BERNHARD FENZ

Sowohl der SV Mattersburg als auch der LASK haben am Samstag die große Chance, ein deutliches Zeichen im Abstiegskampf zu setzen, noch bevor das Frühjahr so richtig losgeht.

Ein Sieg gegen den direkten Konkurrenten wäre für beide Seiten so etwas wie die Initialzündung vor den nächsten Aufgaben. Zwar gibt es in weiterer Folge in 16 Spielen theoretisch noch immer 48 Punkte zu holen, nur wird die mentale Drucksituation nicht leichter, im Gegenteil.

Insofern darf dem Abstiegsschlager getrost ein enormer Stellenwert zugesprochen werden. Mattersburg-Trainer Franz Lederer drückt es so aus: „Natürlich ist es ein wichtiges Match, aber es hat sicher noch keinen Endspielcharakter.“

Auf Seiten des LASK trifft die Phrase „Verlieren verboten“ trotzdem um eine Nuance eher zu, denn: Den Linzern droht bei einer Niederlage schon ein Fünf-Punkte-Loch auf Mattersburg. Zudem folgt dann das letzte direkte Duell im Pappelstadion – alles keine endgültigen Abstiegsargumente, die besseren Karten lägen dann aber auf Seiten der Burgenländer.

Lederer: „Wir können uns am Samstag einen Bonus holen. Entschieden ist aber so oder so noch lange nichts, auch wenn wir gewinnen sollten. Dafür dauert die Meisterschaft einfach noch viel zu lange.“

Die Vorfreude und das Kribbeln, endlich loslegen zu können, seien jedenfalls bereits allgegenwärtig, wie der Coach bestätigt. Was auf der Gugl für Grün-Weiß spricht? „Wir sind als Mannschaft sicher viel zusammengeschweißter und haben gut gearbeitet. Aber Prognosen sind trotzdem schwierig. Im Fußball spielen viele Faktoren zusammen.“

Stürmische Zuschauer  als konkretes Problem

Ein Faktor ist in dieser Hinsicht auch die personelle Besetzung. Hier ist vor allem die Offensivabteilung ein akutes Problem. Patrick Bürger (fünfte gelbe Karte) und Ilco Naumoski (Sperre nach der Konfrontation mit Wiener-Neustadt-Zeugwart Ertl nach dem Spiel am 4. Dezember) fehlen, weshalb Lederer in seinen Überlegungen beschränkt ist: „Natürlich ist Robert Waltner dadurch vorne die Nummer eins, dahinter ist aber noch nicht alles fix.“ Und wer weiß. Vielleicht überrascht der 47-jährige Trainer die Öffentlichkeit ja überhaupt mit einer unerwarteten Variante.

Was Kapitän Michi Mörz – er litt zuletzt an Bauchmuskelproblemen – betrifft, zeigt sich Lederer vorsichtig optimistisch. Sein Einsatz ist möglich.

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„Egal ist mir ein Spiel gegen  Mattersburg natürlich nicht“

Eher unwahrscheinlich scheint auf Seiten des LASK der Einsatz eines bekannten Gesichtes: Cem Atan. Der Ex-Mattersburger wechselte bekanntlich im Sommer zu Genclerbirligi Ankara, wurde dort aber nie glücklich und kehrte nun nach Österreich zurück. Der bis 2013 laufende Vertrag konnte vor Ende der Transferzeit noch aufgelöst werden, und die Schambeinprobleme (sie zogen sich bis in den Oktober, letztlich kam der 25-Jährige in der türkischen Meisterschaft nur 28 Minuten zum Einsatz) sind ebenfalls behoben.

Da Atan aber noch Aufholbedarf hat („Ich fühle mich fit, muss mir die Praxis aber noch erarbeiten“), dürfte er am Samstag gegen seine ehemaligen Kollegen wohl noch nicht zum Zug kommen. Fix ist: Kalt lässt ihn der Gegner nicht: „Egal ist mir ein Spiel gegen Mattersburg natürlich nicht. Ich kann überhaupt nichts Schlechtes gegen den Klub sagen. Ich habe dort viele Möglichkeiten erhalten und wurde immer gut behandelt. Nur stehe ich jetzt eben beim LASK unter Vertrag. Und daher wollen wir auch unbedingt gewinnen.“