Erstellt am 26. Februar 2013, 11:03

Ein Patzer reicht nicht. Tipp3 Bundesliga | Rot gegen Ilco Naumoski war ein „Schwarz-Weiß-Fehler“. Die komplette Schiri-Benotung ist vielschichtiger.

Schiedsrichterobmann Günter Benkö will die Wogen glätten.  |  NOEN
Von Bernhard Fenz

Manfred Krassnitzer fiel in der Vorwoche auf die Schwalbe von Dominik Hofbauer rein und ermöglichte mit seinem Elferpfiff den Wiener Neustädter Ausgleich beim 2:1-Auswärtserfolg gegen die Admira. Dieter Muckenhammer zückte am Samstag bei Innsbruck gegen Mattersburg nach einem absichtlichen, aber vergleichsweise harmlosen Foul von Ilco Naumoski Rot (statt Gelb). Die oft diskutierte Frage bei der Analyse lautet gerade bei gravierenden Fehlpfiffen: Müssen Schiedsrichter Konsequenzen in Form von Sperren befürchten?

Burgenlands Schiriobmann Günter Benkö, selbst Ex-Referee und Mitglied der Bundesliga-Elitekommission, klärt auf: „Bei solchen falschen Entscheidungen handelt es sich um sogenannte Schwarz-Weiß-Fehler, die bei der Benotung einen Abzug von 0,5 Punkten nach sich ziehen.“
Deftige Abseits-Fehler muss freilich der betreffende Assistent schlucken, die fallen in der Regel nicht dem Referee zur Last. Und so funktioniert das System: Jeder Schiedsrichter startet mit dem Anpfiff bei der Note 8,4, was einer „guten Spielleitung“ gleichkommt.

Unter 7,8 wird es für Referees ungemütlich

Je mehr Fehler unterlaufen, desto schlechter wird die Benotung. „Alles unter 7,8 bedeutet, dass der Schiedsrichter eine Nachdenkpause von zwei, drei Runden bekommt.“ Passiert also ein „Schwarz-Weiß-Fehler“ und ist die restliche Spielleitung in Ordnung, gibt es keine Konsequenzen. Benkö: „Bei Krassnitzer war das etwa der Fall, er bekam 7,9.“ Auch Muckenhammer werden wohl 0,5 Punkte abgezogen. Seine Gesamtnote stand allerdings noch nicht fest. Schlechter werden kann die weitere Benotung jedenfalls etwa durch nicht gegebene oder falsche Verwarnungen – je 0,1 Punkte Abzug. Besser wird die Note 8,4 laut Benkö vor allem dann, wenn „alles passt und der Schiedsrichter durch seine Persönlichkeit und Autorität zu einer tadellosen Spielleitung beiträgt.“

Außerdem ist der Schwierigkeitsgrad der Partie (normal, mittelschwer, schwer) ebenfalls bei der Benotung miteinzukalkulieren. Mittelschwer sind etwa das Wiener Derby oder Spiele wie am Sonntag Salzburg gegen Rapid. Schwer ist eine Begegnung, wenn auch noch witterungsbedingte Probleme dazukommen.
Übrigens: Schiris, die öfter „Schwarz-Weiß-Fehler“ produzieren, aber sonst gut pfeifen, haben bei Noten von 7,9 keine Konsequenzen zu fürchten. Trotzdem schränkt Benkö ein: „Passiert das in vier Spielen hintereinander, werden wir auch über eine Pause nachdenken.“