Erstellt am 04. September 2012, 14:26

Ein Schritt zurück soll Janko nach vorne bringen. ÖFB-Teamstürmer Mark Janko hat nach seinem Wechsel zu Trabzonspor bereits so manchen Eindruck von der Qualität der türkischen Liga gewonnen - auch wenn er bisher lediglich 20 Einsatzminuten zu Buche stehen hat.

 Den Transfer in Richtung Osten bezeichnet der Niederösterreicher als Entscheidung "gegen mein Ego". Sein vorangegangenes Engagement beim FC Porto will Janko nicht als gescheitert ansehen. Dem früheren Salzburg-Goalgetter wurde sechs Tage vor Transferschluss mitgeteilt, dass er beim portugiesischen Meister keine Aussicht auf einen Stammplatz habe. "Deswegen habe ich mich nach schlaflosen Nächten entschieden, mich nicht mit dem Status als zweite Wahl zufriedenzugeben. Ich bin wegen der Perspektive zu Trabzonspor gegangen, regelmäßig zu spielen." Ein Leihvertrag sei für ihn keine Option gewesen: "Ich wollte kein Leiharbeiter sein, sondern zu einem Verein gehen, der mich wirklich haben möchte."

So landete der 29-Jährige bei Trabzonspor, das bereits im Winter Interesse an ihm gezeigt hatte. "Der Club hat sich sehr um mich bemüht", sagte Janko, dessen Ankunft in der Türkei im Privatjet des Vereinschefs von großem öffentlichen Interesse begleitet wurde. "Ich bin die große Hoffnung, dass die Probleme von Trabzonspor im Angriff gelöst werden."

Janko machte keinen Hehl daraus, dass er sich durch den Wechsel vom portugiesischen Meister und Champions-League-Teilnehmer Porto zum im Europa-League-Play-off gescheiterten Dritten der vergangenen türkischen Saison sportlich nicht unbedingt verbessert hat. "Es war eine Entscheidung gegen mein Ego. Ich habe mir nicht gern eingestanden, dass ich bei Porto keine Chance mehr habe. Aber manchmal muss man im Leben einen Schritt zurück machen, um vorwärts zu kommen."

Den Vorwurf, sich bei seinen bisherigen Auslandsaufenthalten in Enschede und Porto nie wirklich durchgesetzt zu haben, wischte Janko vom Tisch. "Meine bisherigen Auslandsstationen waren erfolgreich. Ich war in Holland Cupsieger und Vizemeister und in Portugal Meister." Seinem seit dem Salzburg-Weggang gesunkenen Marktwert schenkt der 27-fache ÖFB-Internationale keine große Beachtung: "Marktwerte sind relativ."