Erstellt am 25. November 2015, 04:28

von Bernhard Fenz

Eine Frage der Spielanlage. Für SVM-Coach Ivo Vastic war das System beim 1:6 gegen Rapid ein Fehler – Grund zur Panik gebe es aber keinen.

Besserung: Patrick Bürger (2.v.l.) wurde gegen Rapid nach der Pause eingewechselt. Zu diesem Zeitpunkt traten die Burgenländer bereits mit einem neuen Spielsystem auf, in der Abwehr kam statt drei Verteidigern wieder die Viererkette zum Zug. Vorne traf der Bad Tatzmannsdorfer per Kopf zum 1:5, auch die eine oder andere Chance fand Bürger noch vor. Trotzdem endete die Partie mit 1:6, die große Aufholjagd gelang nicht mehr. Foto: Martin Ivansich  |  NOEN, Martin Ivansich
Neutrale Beobachter und natürlich alle Rapid-Fans werden am Samstag beim 6:1 in Mattersburg mit der Zunge geschnalzt haben. Fünf Tore in einer furiosen ersten Halbzeit inklusive weiterer Top-Chancen für die Wiener waren die Zutaten eines höchst unterhaltsamen Fußballspiels.

Umstellung auf Viererkette – nach 0:5

Keine Freude damit hatte man beim SV Mattersburg, wo ein 3-5-2-System zur Anwendung kam. Die Folge: Rapid hebelte die teils hoch stehende Abwehr der Burgenländer mächtig aus, kam immer wieder über die Seiten (Philipp Schobesberger rechts, Stefan Stangl links) gefährlich nach vorne und hatte zudem mit Steffen Hofmann, Stefan Schwab und vor allem Florian Kainz seine offensive Freude.

Nach Wiederbeginn stellte Trainer Ivo Vastic, als das Spiel bei 0:5 schon entschieden war, hinten auf eine Viererkette um.

„Das nehme ich auf meine Kappe, dass wir in dieser Partie das falsche System gewählt haben und so nicht optimal eingestellt waren. Rapid hat gegen uns zu viele Räume vorgefunden.“

„Man muss das alles relativieren“

Es sei für seine Kicker nach den ersten fünf Gegentreffern jedenfalls „irrsinnig schwer“ gewesen, darum lobte Vastic auch: „Die zweite Halbzeit hat mich positiv gestimmt, da war die Mannschaft ebenbürtig und hat Charakter gezeigt. Deshalb sehe ich auch keinen Grund, jetzt in Panik zu verfallen.“

Dass der Chefcoach nicht schon in Halbzeit eins, als das sportliche Unheil drohte, eine spontane taktische Umstellung vornahm, lag laut Vastic auch an der unvorhersehbaren Rasantheit der Ereignisse. Jene Treffer (0:3, 0:4, 0:5), die die Abwehr offensichtlich entblößten, fielen schließlich innerhalb von gerade einmal zehn Minuten. „Da ist alles sehr schnell gegangen.“

Jedenfalls, so Vastic weiter, müsse man nun ruhig bleiben: „Für manche ist es trotzdem die erste Saison in der Bundesliga. Real hat gegen Barcelona daheim am Samstag auch mit 0:4 verloren, man muss das alles relativieren. Auch solche Spiele kann es leider geben.“

Nun gelte es eben, am Samstag auswärts gegen Sturm Graz wieder in die Spur zu finden. Mittlerweile weist der Aufsteiger drei Niederlagen am Stück auf, diese Serie soll sich in der Steiermark nach Möglichkeit nicht fortsetzen. „Natürlich ist dort defensive Stabilität gefragt. Aber wir wissen, dass wir nach vorne Potenzial haben – das gilt es nun wieder auszuspielen.“ Gesperrt ist aktuell niemand, Ausfälle aufgrund von Verletzungen oder Krankheiten gab es laut Trainer zumindest zu Wochenbeginn keine.

BVZ.at hatte über das 1:6 gegen Rapid berichtet:

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