Erstellt am 09. Januar 2014, 00:00

von Bernhard Fenz

Eine Frage des Stils. Erste Liga / Neo-Mattersburg-Trainer Ivica Vastic will seine Elf „nicht nur destruktiv spielen“ sehen, am besten wäre ein variables System. Parndorf will in der Offensive stärker werden.

Amtsantritt. Ivica Vastic beim Gang zum ersten Training als SVM-Coach. Mittlerweile ist er bereits eine Woche lang offiziell tätig. Foto: Fenz  |  NOEN, Fenz
Von Bernhard Fenz

Vor nunmehr einer Woche hat der SVM mit der Vorbereitung auf das Frühjahr begonnen. Das erste lockere Kennenlernen der Mannschaft (bei der auch der Langzeitverletzte Dominik Doleschal im Training wieder voll schwitzen kann) mit dem neuen Coach Ivo Vastic ist Geschichte, die Arbeit hat begonnen.

Ergebnisbezogene und Spielstil-Baustelle SVM

Zu tun gibt es einiges. Nur 21 Punkte, Platz sechs und lediglich vier Zähler vor Schlusslicht Vienna liegend – das ist die ergebnisbezogene Baustelle. Kein greifbarer dominanter Spielstil (das wollte schon Alfred Tatar im Sommer ändern) – dieses Problem ist für den chronisch verunsicherten Absteiger aus dem Oberhaus ebenfalls omnipräsent.

Klarerweise stehen beide Komponenten in direktem Zusammenhang. Vastic, der nach außen hin stets betont ruhig und gelassen wirkt, pflegt aber die Konzentration auf die Einhaltung des Stils vor dem notwendigen Ergebnis zu betonen. „Die Mannschaft soll nicht nur destruktiv agieren, sondern viel kombinieren und den Ball laufen lassen.“

Von Sechsern, Achtern und Zehnern

Neben der Minimierung der Gegentore („38 Treffer sind eindeutig zu viel“) soll hier das Mittelfeld zur funktionierenden Drehscheibe reifen. Vastic lässt vom System her „gerne ein 4-3-3“ spielen, er betont aber auch: „Das System ist lediglich eine Vorgabe. Man muss sich im Fußball auch auf verschiedene Situationen gut einstellen können.“

Für die Mitte kann sich der Cheftrainer daher von der Besetzung optional zwei Sechser, einen Sechser und einen Achter, oder auch einen Zehner vorstellen – je nachdem, ob der Kampf oder das spielerische Element forciert werden sollen. „Wenn wir hier im Mittelfeld variabel sind, erspart das viel Kraft.“

Er selbst, einst Österreichs Bester im Kreativspiel nach vorne, werde aber nicht als Spielertrainer einspringen, wie er schmunzelnd anmerkte: „Läuferisch würde ich das nicht mehr schaffen …“

„Wollen eine Kontinuität an guten Leistungen erreichen“

Immer wieder tauchen beim gebürtigen Kroaten auch Schlagwörter wie „Balance“, „spielerische Sicherheit“ oder „Ordnung“ auf, kurzum: Geht es nach dem 44-Jährigen, soll sich das herbstliche Gesicht der Burgenländer am Platz merklich ändern.

„Wir wollen eine Kontinuität an guten Leistungen erreichen und jedes Spiel gewinnen. Das muss man auch so transportieren, gerade über das tägliche Training will ich diesen Siegeswillen einimpfen. Aber so etwas braucht auch Zeit.“

Der Balanceakt in dieser Hinsicht wird also darin bestehen, möglichst auch gute Ergebnisse einzufahren und die Entwicklung einer Linie durchzuziehen. Schließlich hat der Verein die Möglichkeit, den auf ein halbes Jahr befristeten Vertrag des Ex-Teamspielers im Sommer für zwei weitere Jahre zu verlängern – oder eben nicht.

Transferbedarf nach Abschieden von Rodler und Mayr

Bevor der erste Test über die Bühne geht (Freitag, 17. Jänner um 17 Uhr in der Akademie gegen Ostligist Sollenau), könnte in der kommenden Woche schon der eine oder andere Trainingsgast auf Probe anwesend sein.

Bedarf besteht, nicht nur, weil sich Innenverteidiger Martin Rodler zum Regionalliga-Mitte-Verein Lafnitz in die Steiermark verabschiedete und Stürmer Christopher Mayr zu Austria Salzburg in die Regionalliga West wechselte.

Gerüchteküche um Ex-Akteur Naumoski brodelte

Die Grün-Weißen wollen sich so oder so vor allem im Offensivbereich verstärken. Entweder drängt sich im Training ein Gastspieler auf (ab nächster Woche könnten Kandidaten kommen), kolportiert wird aber auch die eine oder andere mögliche namhafte Verstärkung, vielleicht gar ein Spielmacher?

Definitiv nicht zurückkehren wird übrigens Ilco Naumoski (30), von 2005 bis 2013 beim SV Mattersburg und aktuell nach einem halben Jahr bei Inter Baku in Aserbaidschan ohne Verein. Diese Variante geisterte zuletzt plötzlich durch die Internet-Gerüchteküche.

Franz Lederer, Sportlicher Leiter, stellte auf Nachfrage gegenüber der BVZ klar: „Nein, das steht nicht zur Debatte.“

Parndorf offensiv aktiv, Fragezeichen Wimmer 

Heute, Donnerstag, startet mit Parndorf auch der zweite burgenländische Erste-Liga-Klub in die Vorbereitung. Thomas Jusits ist nach seiner Kreuzbandriss-Verletzung wieder knapp dran und darf – bis auf Zweikämpfe und Match-Einsätze – bereits das volle Programm bestreiten. Nicht mehr dabei ist Daniel Gangl, der sich sportlich verändern möchte und noch vor Weihnachten mit dem Verein eine Vertragsauflösung beschlossen hatte.

Möglicherweise gibt es aber auch noch einen zweiten Abgang: Sebastian Wimmer, Leihspieler der Austria, könnte zu den Violetten zurückkehren. Obmann Gerhard Milletich: „Bis spätestens 15. Jänner werden wir von der Austria erfahren, ob er zurückgeholt wird oder doch noch bleibt.“

Weitere Möglichkeiten werden derzeit sondiert

Dafür scheint es mit einem Neuzugang bereits sehr gut auszusehen. Die Nordburgenländer und der Mittelfeldspieler sind sich bereits grundsätzlich einig, noch fehlt aber das O.K. des Klubs. Dementsprechend defensiv bleibt der SC/ESV auch noch mit der Verlautbarung des Namens.

Milletich: „Wir wollen uns in der Offensive verstärken. Neben diesem Akteur gibt es noch weitere Möglichkeiten, die wir aktuell sondieren.“

Zum Thema Ivica Vastic beim SV Mattersburg lesen Sie auch den aktuellen Sport-Kommentar von Bernhard Fenz: