Erstellt am 23. März 2011, 00:00

Eine Niederlage mit Perspektive. TIPP3 BUNDESLIGA / Wenn ein 16-Jähriger das Mattersburger Tor in Wiener Neustadt erzielt, kann die Zukunft rosig werden.

Bereits in der Anfangsphase mussten Manuel Seidl (vorne) und seine Mitspieler das 0:1 schlucken, noch bitterer war die 90. Minute: Da musste der SVM das späte 1:2 hinnehmen.BALDAUF  |  NOEN
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VON BERNHARD FENZ

Christian Gartner ist spätestens ab morgen, Donnerstag, in den Niederlanden gefragt. Da wird der jüngste Bundesliga-Torschütze in der SVM-Geschichte mit dem U17-Team die Eliterunde für die EM-Qualifikation in Angriff nehmen. Bis kommenden Dienstag gilt es dann, gegen die Niederlande, Portugal und Kroatien gute Figur zu machen.

Gute Figur machte Gartner zuletzt auch bei seinem zweiten Einsatz von Beginn weg in der Bundesliga. Neben guten Ansätzen im Spiel nach vorne und dem abgebrühten Treffer zum 1:1 (als er den Ball ruhig zwischen Sasa Fornezzis Beinen durchschob) war er für ein Greenhorn auch defensiv schon ordentlich präsent, etwa kurz vor seiner Auswechslung bei einem grenzwertigen Foul.

„Er pfeift sich nichts,  das sieht man auch“

Trainer Franz Lederer hat das Talent („Er pfeift sich nichts, spielt munter drauflos, das sieht man“) freilich nicht unbedacht in die Startaufstellung gehievt. Seit Beginn der Saison steht Gartner offiziell im Profikader, die Einsatzminuten waren eine Frage der Zeit. Jetzt, da der Jüngste des SVM-Bundesliga-Kaders auch vermehrt für eine breite Öffentlichkeit sicht- und greifbar ist, soll jedenfalls der Entwicklungsspagat zwischen Gas geben und Bremsen gefunden werden. Gartner-Einsätze wird es auch weiter geben, wie lange und wie oft, ließ Lederer aber offen: „Beim U17-Team absolviert er drei Spiele, wir werden sehen, wie groß dann die körperliche Belastung ist. Sechs, sieben Spiele am Stück von Beginn an werden es in weiterer Folge wohl nicht sein. Wir beobachten alles laufend und entscheiden dementsprechend.“ Zusätzlich gilt es gerade für so junge Kicker, nicht schon in den frühen Jahren die Bodenhaftung zu verlieren. Lederer: „Natürlich sind wir auch da gefordert. Die Bundesliga, das Nationalteam, da wirkt schon einiges auf ihn ein.“

Der Plan steht, noch fehlen  aber ein paar Punkte

Der Plan, eine junge Mannschaft mit Perspektive aufzubauen, ist also längst im Gange. Schaffen die Burgenländer den Klassenerhalt – danach sieht es zehn Runden vor Schluss bei acht Punkten Vorsprung auf den LASK tendenziell aus – könnten sich die Jungen in der nächsten Saison noch immer im Oberhaus tummeln und wären nebenbei wohl wieder einen Schritt weiter. Lederer: „Wir verfügen hier unbestritten über genug Potenzial. Lukas Rath ist schließlich auch noch auf dem Weg zurück, den verletzten Dominik Doleschal darf man ebenfalls nicht vergessen.“

Noch steht einmal der Abstiegskampf im Vordergrund. Weiter geht es nach der Länderspielpause am 2. April in Ried. Bis dahin gilt es laut Lederer, geistige Frische wieder aufzubauen und die körperliche Komponente zu stärken.