Erstellt am 02. November 2011, 00:00

Eine Realität und die vielen Wege dorthin. TIPP3 BUNDESLIGA / Franz Lederer und Didi Kühbauer sehen das 0:0 unterschiedlich. Sportlich leben müssen beide damit.

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VON BERNHARD FENZ

Ein Fußballspiel erlaubt viele Sichtweisen, umso spannender ist die Analyse. Zugegeben: Bei den harten Fakten gibt es keinen Spielraum. Der Samstagabend spuckte nicht mehr als ein 0:0 zwischen Mattersburg und der Admira aus. Wie die Partie bewertet wird, steht freilich auf einem anderen Blatt. Und da wählten die Trainer beim analytischen Retourgang zu Wochenbeginn unterschiedliche – positive – Wege .

Franz Lederer etwa sah, dass „die Mannschaft unbedingt wollte. Schade, dass uns nach der Pause kein Tor gelungen ist.“ Bis auf einen scharfen Kopfball von Patrick Bürger und einer Großchance desselben (nach Plassnegger-Fehler war er plötzlich vor Goalie Christoph Tischler) standen die Burgenländer aber zu selten vor einem konkreten Abschluss. Die offensichtliche Überlegenheit hatte zu wenig Greifbares, auch wenn es vor allem über Standardsituationen und Eckbälle immer wieder kochte und brenzlig wurde. Lederer: „Nach dem Ausschluss hat die Admira hinten komplett dicht gemacht, da ist dann sehr wenig Platz da und es wird schwer. In solchen Phasen brauchst du auch etwas Glück, um irgendwie durchzukommen.“

Hier fehlte auch Ilco Naumoski als kreativer Geist. Das stritt der SVM-Coach gar nicht ab. „Mit ihm kommt gegen Salzburg am Sonntag schon ein bisschen etwas von dem zurück, was wir brauchen.“

Dass die Admira in Halbzeit eins – als sie noch vollzählig war – die Partie klar kontrollierte, ist für Franz Lederer nur eine Seite. Vielmehr sprach er davon, dass „es bei uns taktisch hundertprozentig gepasst hat. Wir haben nichts zugelassen und gut dagegengehalten.“

„Ohne den Ausschluss  hätten wir gewonnen“

 

Wessen Verdienst das war? Forza Interpretation! Didi Kühbauer sah weniger die Defensivleistung der Grün-Weißen, als ein Manko seiner Truppe: „Wir haben das Spiel gut aufgezogen, nur haben wir den letzten Ball in die letzte Zone nicht bekommen. Dieser entscheidende Pass hat gefehlt, da wäre mehr Entschlossenheit nötig gewesen.“

Fest steht für den Ex-SVM-Kapitän aber auch, dass es mit der Entschlossenheit in Hälfte zwei schon noch geklappt hätte und seine Admira ohne die „Rote“ gegen Benjamin Sulimani gut unterwegs gewesen wäre: „Mit elf gegen elf hätten wir gewonnen.“ Dass sich die Niederösterreicher nach dem Ausschluss immer weiter zurückzogen – und parallel dazu gefährliche Konter ausblieben –, wird aber auch nicht im Sinn des Wahl-Wulkaprodersdorfers gewesen sein.

Kein  ein „völlig wurscht“ da

 

Egal. Am Samstag tritt die Admira in Wiener Neustadt an. Dabei können Kühbauers Jungs Schützenhilfe für Mattersburg leisten, schließlich sollten die Neustädter im Abstiegskampf in SVM-Sichtweite bleiben. Die Tabelle interessiert beim Leader vordergründig übrigens niemanden, das sagt Kühbauer: „Es ist nach wie vor so, dass wir nicht darüber reden.“ Was für ein Privileg.

Aber auch in Mattersburg sollte die Tabelle nicht von großer Bedeutung sein. Schließlich werden die Burgenländer auch ohne den gar nicht so angenehmen Blick von selbst wissen, dass sie zu wenig Punkte haben. Also ist es Franz Lederer „völlig wurscht“, wenn mit Salzburg am Sonntag einer der Topklubs zu Gast ist, der nach fünf sieglosen Spielen in Folge unbedingt wieder voll punkten will. „Ich sage dasselbe wie vorige Woche: Die Mannschaft wird nur an ihrer eigenen Leistung gemessen. Da zählt es nicht, wer auf der anderen Seite steht.“

Manuel Seidl sollte nach seiner Seitenbandverletzung wieder bereit sein. Der gesperrte Ilco Naumoski kehrt sicher zurück, dafür kassierte Alex Pöllhuber seine fünfte gelbe Karte und muss nun gegen Salzburg zuschauen. Lukas Rath könnte ihn ersetzen.