Erstellt am 12. September 2012, 00:00

eine Topadresse. August in Favoriten und stand der BVZ Rede und Antwort.

Neues berufliches Wohnzimmer: Philipp Hosiner am Mittelkreis der Generali-Arena und vor der Fantribüne der Violetten. Nicht nur am Verteilerkreis will der Eisenstädter mit Toren aufgeigen. Hosiner soll mit seiner giftigen Spielweise auch auswärts die Abwehr der Gegner auf Trab halten.Bernhard Fenz  |  NOEN
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BVZ: Seit Ihrem Engagement 2009 in Sandhausen sind Sie immer nur je eine Saison bei einem Verein geblieben. Werden Sie nun länger als ein Jahr Austrianer sein?

Hosiner: Ich gehe davon aus. An sich habe ich zumindest zwei Jahre bei der Admira eingeplant, jetzt hat es im letzten Moment mit der Austria geklappt. Mit Option habe ich vier Jahre, das ist mein erster längerer Vertrag.

Wie kam der Kontakt zur Austria zustande?
Hosiner: Trainer Peter Stöger wollte mich schon von der Vienna zu Wiener Neustadt holen. Irgendwann ist dann der Anruf von ihm gekommen und die Frage, ob ich mir das vorstellen kann.

Wie lautet Stögers Auftrag?
Hosiner: Ich soll einfach das machen, was ich bei der Admira gemacht habe. Das In-die-Tiefe-Gehen, das schnelle Umschalten, das hat bei der Austria scheinbar noch gefehlt. So ein Spielertyp bin ich, daher will ich das umsetzen.

Sie wirken mit 23 Jahren gefestigt und locker. Wie sehen Sie sich?
Hosiner: Ich war eigentlich immer schon ziemlich locker (schmunzelt). Natürlich haben mich die vier Jahre in Deutschland auch von der Persönlichkeit her weiterentwickelt. Ich bin froh, dass ich dort war und den Übergang vom Nachwuchsfußball zum Männerfußball erlebt habe. Das hat mich ziemlich weitergebracht.

Wäre Ihre Karriere anders geplant trotzdem noch besser verlaufen?
Hosiner: Den Schritt zu 1860 München habe ich nie bereut. Das waren Top-Erfahrungen. Der Schritt zu Sandhausen war im Nachhinein vielleicht nicht der beste, aber ich habe trotzdem viel mitnehmen und mir von anderen Stürmern abschauen können, weil einige mit Bundesliga-Erfahrung dabei waren.

Würden Sie diesen Weg heute einem 17-Jährigen empfehlen?
Hosiner: Das kommt schon auch auf den Verein und den Spieler an. Für mich war es nach meiner Zeit beim BNZ Burgenland der richtige Schritt – und damals gab es die Zusammenarbeit mit Mattersburg noch nicht so intensiv.

Der SVM war keine Option für Sie?
Hosiner: Ich habe zwar ein Jahr Mattersburg gehört, aber immer im BNZ Burgenland gespielt. Ich war nie in Mattersburg im Einsatz und hatte auch keinen Vertrag. Deshalb war auch klar, dass ich den Schritt wagen werde, als das Angebot von 1860 kam.

Drei Jahre später kam dann Sandhausen und nach einem weiteren Jahr die Vienna. Seitdem ist Wien Ihr Lebensmittelpunkt?
Hosiner: Nach Sandhausen war ich ein halbes Jahr beim Bundesheer in Eisenstadt und bin gependelt. Das habe ich durchgedrückt. Seit über einem Jahr wohne ich mit meiner Freundin im 23. Bezirk.

2011/2012 sind Sie bei der Admira unter Didi Kühbauer durchgestartet. Was haben Sie gelernt?
Hosiner:
Ich habe ihm einiges zu verdanken. Er hat das meiste aus mir herausgeholt, war selten zufrieden mit mir und hat mich auch oft kritisiert. So ist er einfach: Ich schätze das sehr an ihm, dass er sehr ehrlich ist. Das hat mich weitergebracht. Mir ist einer zehnmal lieber, der mich unbedingt weiterbringen will, als einer, der nur sagt: „Es war gut, es war gut“, eigentlich schon mit dem nächsten Stürmer plant und nur noch wartet, bis der Vertrag ausläuft.

Jetzt sind Sie bei der Austria. Wie wurden Sie aufgenommen?
Hosiner: Die Spieler sind auf mich zugekommen und haben mir zu verstehen gegeben, dass sie so einen Stürmertyp wie mich noch gebraucht haben. Das hat mir den Einstieg auch sehr erleichtert.

Wie lautet Ihr persönliches Ziel mit der Wiener Austria?
Hosiner:
Unter die ersten Drei zu kommen. Das ist mit dieser Mannschaft sicherlich machbar.

Hat Philipp Hosiner auch einen langfristigen Karriereplan?
Hosiner: Die Luft nach oben wird immer dünner. Natürlich ist das Ziel, irgendwann wieder mal ins Ausland zu kommen.

Um jeden Preis?
Hosiner:
Sicher nicht mit aller Gewalt. Aber wenn es möglich ist und die Perspektive passt, ist das natürlich interessant.

Wie wichtig war es für Sie, gute Chancen auf einen internationalen Bewerb vorzufinden?
Hosiner: Austria ist einfach eine Topadresse in Österreich. Natürlich schaut man auch, wie die Perspektiven sind, international zu spielen. Die sind hier natürlich gegeben.

Sie sind nun violett. Wie war es als Kind – Austria oder Rapid?
Hosiner:
Ich war als Kind im Austria-Stadion, im Rapid-Stadion, in Mattersburg, in Deutschland oder auch in England. In Österreich war ich kein ausgewiesener Fan von einem bestimmten Klub.

Ein Mal wurden Sie bereits ins A-Team einberufen, zuletzt standen Sie auf Abruf. Welchen Stellenwert hat dieses Thema?
Hosiner: Ich bin froh, dass ich bereits dabei war – die Erfahrung kann mir keiner mehr nehmen. Es ist aber auch eine tolle Geschichte, auf Abruf dabei zu sein. Da weiß man, dass man nah am Team ist. Und wenn ich bei der Austria meine Leistung bringe, wird es auch wieder einmal soweit sein.

Interview: Bernhard Fenz