Erstellt am 07. September 2011, 19:58

Eishockey-Team starb bei Flugzeugcrash in Russland. Der russische Sport ist mit einer noch nie dagewesenen Tragödie konfrontiert. Beim Absturz eines Passagierflugzeugs nahe der russischen Stadt Jaroslawl sind am Mittwoch mindestens 44 Menschen ums Leben gekommen, vorwiegend Spieler und Betreuer des russischen Eishockey-Spitzenclubs Lokomotive Jaroslawl.

Die Maschine, die zum Auswärtsspiel nach Minsk unterwegs war, stürzte bei sonnigem Wetter kurz nach dem Start vom Flughafen der zentralrussischen Stadt ab, wie die Ermittlungsbehörden mitteilten. Das Flugzeug zerschellte am Boden und auf dem Wasser. Aus den Wrackteilen der abgestürzten Jak-42 in der Wolga zogen Rettungshelfer die Leichen der Opfer, darunter auch mehrere Ausländer: die tschechischen Weltmeister Jan Marek, Karel Rachunek und Josef Vasicek, der schwedische Torhüter und Olympiasieger Stefan Liv, der deutsche Nationalspieler Robert Dietrich, der slowakische Teamkapitän Pavol Demitra sowie die NHL-Veteranen Ruslan Salei (BLR) und Karlis Skrastins (LAT). Mit schwersten Verletzungen haben nach Behördenangaben von den Insassen nur ein russischer Spieler sowie ein Crew-Mitglied überlebt.

Rene Fasel, der Präsident des Weltverbandes IIHF, sprach vom "schwärzesten Tag in der Geschichte unseres Sports". "Das ist eine schreckliche Tragödie für die weltweite Eishockey-Gemeinde, auch weil sie so viele Nationen betrifft", sagte der Schweizer, der sich im Rahmen einer schon zuvor geplanten Reise derzeit selbst in Russland befindet. "Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Familien und Freunden der Opfer."

Laut Interfax driftete das Flugzeug nach dem Start plötzlich nach links ab. Die Maschine habe unmittelbar nach dem Abheben möglicherweise eine Antenne gestreift, hieß es. Das Flugzeug zerbrach in der Folge in zwei Stücke und stürzte teilweise in die Wolga. Als Absturzursache kämen ein technischer Defekt und menschliches Versagen infrage, sagte ein Flughafenmitarbeiter. Die Trümmer nur wenige Kilometer von der 500.000-Einwohner-Stadt entfernt sind für viele Menschen im größten Staat der Welt eine neue Erinnerung daran, dass bei Flugreisen in Russland immer die Angst mitreist. Erst im Juni starben in Petrosawodsk bei St. Petersburg 47 Menschen.

Bei der Jak-42 handelte es sich nach Informationen der Nachrichtenagentur Interfax um eine seit 1993 genutzte Maschine der Leasing-Gesellschaft "Jak Service". Die Fluglizenz dieser Maschine, die für Promiflüge mit maximal 73 Passagieren ausgelegt war, wäre in wenigen Wochen - am 1. Oktober - abgelaufen, hieß es. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen gegen die Firma ein.