Erstellt am 23. Oktober 2014, 12:37

von APA Red

Ziegler/Kiefer geben Skate America-Debüt. Die Oberpullendorfer Eiskunstläuferin Miriam Ziegler und ihr Partner Severin Kiefer nehmen am Wochenende beim Grand Prix Skate America in den USA die nächste Sprosse auf ihrer Leiter auf dem erhofften Weg zur internationalen Spitze.

Die Oberpullendorfer Eiskunstläuferin Miriam Ziegler.  |  NOEN, APA
Denn schon die Teilnahme am renommierten Bewerb in Chicago zeigt, dass sie in der Paarlauf-Szene mehr und mehr wahrgenommen werden. Dabei laufen sie erst knapp eineinhalb Jahre gemeinsam.

"Sammeln von Erfahrung im Vordergrund"

"Beim Grand Prix kann man sich richtig profilieren", erklärte Kiefer vor dem Abflug in die USA. Nur acht Duos wurden zu jedem der sechs Grand-Prix-Bewerbe eingeladen, keines darf mehr als zwei laufen. Die Einladung zur Trophee Eric Bompard am 21./22. November in Bordeaux war den Österreichern zuerst ins Haus geflattert, dann kamen sie auch für Chicago in das Achter-Feld.

Im Sears Centre der US-Metropole wird am Samstag das Kurzprogramm und am Sonntag (19.15 Uhr MEZ, live Eurosport 2) auch für alle die Kür ausgetragen. Damit werden auch die Wertungsrichter mehr auf Kiefer/Ziegler aufmerksam. Die Qualifikation für das Finalturnier in Barcelona (11.-13. Dezember) ist ob der Top-Konkurrenz noch kein Thema. "Für uns steht das Sammeln von Erfahrung im Vordergrund", erläuterte Kiefer.

Mit EM-Platz zwölf und Olympia-Rang 17 hatten die Burgenländerin und der Salzburger 2014 aufgezeigt, dazu kam WM-Platz 22. Erst durch das Erreichen einer bestimmten Punktemarke wurden sie Grand-Prix-Kandidaten. Kiefer: "Da wir jetzt bei zwei Grand Prix dabei sind, ist es diese Saison leichter, diese Punkte zu erreichen. Da sind wir recht zuversichtlich." Die Chancen stehen daher gut, auch 2015 im "Grand-Prix-Auswahlkader" zu sein.

Basis für Erfolg wird im Berlin Sportforum gelegt

Die Saison-Höhepunkte der Hoffnungen von Österreichs Verband (ÖEKV) sind aber die EM ab 26. Jänner in Stockholm und die WM ab 23. März in Shanghai. "Die EM-Top-10 sind unser Ziel", meinte Kiefer. Viel mehr hatte ihnen der mehrfache Ex-Welt- und -Europameister Emmerich Danzer im März in einem APA-Gespräch trotz Erkennen des Talents generell nicht zugetraut. Nichtsdestotrotz wollen die beiden 2018 aufs EM-Podest.

Die Basis dafür bauen sie seit Sommer verstärkt im Berlin Sportforum auf, ihrem Haupttrainingsort. "Es gibt da eine Super-Infrastruktur", sagte Kiefer. "Wir haben damit unser Umfeld weiter professionalisiert." 80 Prozent der Zeit arbeiten sie mit dem profilierten Paarlauf-Coach Knut Schubert zusammen, dazu mit Stefan Lindemann (Einzelsprungtechnik) und Mark Pillay (CAN/Choregrafie).

Bei Olympia 2022 im perfektem Paarlaufalter

Ziegler/Kiefer gehören als einzige nicht-deutsche Läufer ständig der Berliner Trainingsgruppe an, die Qualität der Trainingspartner ist hoch. Für die post-olympische Saison haben die 20-Jährige und der 24-Jährige schwierigere Techniken und Formationen ins Programm genommen. Beim "Coupe de Nice" am vergangenen Wochenende in Nizza mit Endrang fünf klappten die neuen Elemente noch nicht nach Wunsch.

"Mit unserem alten Programm hätten wir diesmal sicher mehr Punkte erreicht", führte Kiefer aus. "Aber wir wollten künstlerisch und technisch einen großen Schritt nach vor machen. Wir denken, dass wir das schon in Chicago besser umsetzen können." Sie würden in ihrer Karriere ohnehin schneller vorwärtskommen als ursprünglich erwartet.

Und die Zukunft scheint noch vor ihnen zu liegen. "Vom Alter her sind wir noch ganz unten im Spektrum. Bei Olympia in Sotschi war keiner der Herren aus den Top Ten unter 30", merkte Kiefer an. Folglich würde er erst bei den Winterspielen 2022 31-jährig in einem perfekten Paarlaufalter sein. Zu WM-Medaillenanwärtern wollen Ziegler/Kiefer schon früher zählen. "Bist du einmal in den Top sechs, kann da alles passieren."