Erstellt am 24. April 2014, 11:18

von Philipp Frank

Endlich Licht ins Dunkel. Auflösung | Bei der jüngsten Vorstandssitzung des burgenländischen Fußballverbandes wurden die letzten Abstiegsdetails geklärt – die Szenarien rund um Parndorf und Mattersburg.

BFV-Geschäftsführer Simon Knöbl hat den Durchblick bei dem ganzen Auf- und Abstiegs-Wirrwarr. Foto: Bernhard Fenz  |  NOEN, @HAFNER GRGOR/Bernhard Fenz
In den letzten Wochen musste im burgenländischen Fußballverband (BFV) das Team rund um Geschäftsführer Simon Knöbl immer wieder Fragen zur aktuellen Auf- und Abstiegsthematik im burgenländischen Fußball beantworten. Aus diesem Grund wurde zuletzt in Eisenstadt eine Vorstandssitzung mit genau diesem Schwerpunkt einberufen.

Für den unerfreulichen Fall X muss ein Plan A oder B vorhanden sein

Denn nach wie vor herrscht bei einer brisanten Frage die größte Unklarheit: Was passiert, wenn Parndorf oder Mattersburg aus der Ersten Liga absteigen sollten? „Natürlich beschäftigt dieses Thema die Leute, bislang war das Ganze ja auch noch nicht geregelt, was im Falle des Abstiegs eines der beiden Vereine geschehen würde“, sagt Knöbl.

Zwar muss die Auf- und Abstiegsfrage schon vor dem Saisonstart geklärt sein, doch in diesem speziellen Fall gab es bislang noch Handlungsbedarf. „Unser Leitsatz ist: Die Auf- und Abstiegsfrage muss vor dem Meisterschaftsbeginn geregelt sein und darf auch nicht mehr beeinflusst werden“, so der BFV-Geschäftsführer.
Aufstiegsentscheidung sorgt auch für Brisanz

Fakt ist: Nach wie vor stecken Parndorf und Mattersburg im Abstiegskampf. Also muss für den unerfreulichen Fall X auch ein Plan A oder B vorhanden sein. Denn in der Regionalliga Ost spielen aktuell die Amateure des SV Mattersburg, ab der kommenden Saison würden auch die Parndorf-Amateure als aktuell souveräner Leader der BVZ Burgenlandliga die dritthöchste Leistungsstufe bespielen dürfen.

1b-Teams: Verband hat sich bereits Szenarien zurechtgelegt

Ergo gäbe es plötzlich zwei Teams desselben Vereins im Falle des Falles in einer Liga. Die Folge: Aus den Amateuren würde wieder eine 1B – so wie das bei den anderen Regionalligisten gehandhabt wird –, die aus der Ostliga ausgegliedert werden müsste.

Beim BFV hat man sich bereits Szenarien für genau diese Fälle zurechtgelegt, da bezüglich der 1B-Mannschaften bislang noch keine klare Regelung bestanden hat. Die Zweiermannschaften kann der Fußballverband theoretisch – natürlich auch nur in Rücksprache mit dem betreffenden Verein – in jeder beliebigen Klasse oder Liga eingliedern.
  • Fall 1 – Parndorf steigt ab: Sollten die Heideboden-Kicker wieder in die Regionalliga Ost zurück müssen, dann würde das Amateurteam durch die 1B wieder ersetzt und übernimmt den bereits jetzt bestehenden Platz in der BVZ Burgenlandliga. Knöbl: „Das wäre der einfachste Fall und ist auch schon so bei der letzten Vorstandssitzung besprochen worden.“ Dann dürften allerdings die Amateure – die aktuell unaufhaltsam dem Meistertitel ansteuern – auch nicht in die Ostliga hinauf. Somit würde das Aufstiegsrecht auf den Nächstgereihten übertragen werden. Dieser – im aktuellen Fall dann der ASK Marz – hat fünf Tage Zeit, um darauf zu verzichten. Wie weit runter in der Tabelle – für den Fall, dass Marz nicht aufsteigen möchte – es gehen kann, wurde bislang noch nicht ganz festgelegt. „Aber nicht allzu weit, denn ein vermeintlicher Absteiger soll nicht die Chance erhalten, in die Regionalliga vielleicht ,abzusteigen‘“, so Simon Knöbl.

  • Fall 2 – Mattersburg steigt ab: Sollten die Grün-Weißen in die Ostliga absteigen, würden auch die Amateure in die BVZ Burgenlandliga eingegliedert werden. „Natürlich alles nur nach Absprache mit dem Klub. Da wird schon auch der Wunsch des Vereins berücksichtigt“, stellte der BFV-Geschäftsführer im Vorfeld klar, und räumte auch gleich mit einem großen Irrtum auf: „Egal wo die betroffene 1B dann eingegliedert wird, es hat nichts mit der Auf- und Abstiegsfrage zu tun. Die 1B wäre dann eine zusätzliche Mannschaft und man würde dann in dieser Liga oder Klasse in der kommenden Saison mit einem Team mehr in die Meisterschaft starten.“

Anders wäre die Situation natürlich, wenn die Mattersburg Amateure – ein höchst unwahrscheinliches Szenario – auf sportlichem Weg aus der Regionalliga Ost absteigen würden. Dann würden sie als „richtiger“ Absteiger zählen.

Knöbl verweist auf Grundsatzbeschluss aus dem Jahr 2006

In diesem Zusammenhang stellt Knöbl klar: „Egal wie viele burgenländische Vertreter aus der Ostliga in die BVZ Burgenlandliga absteigen würden, es kann dann dort nicht mehr als vier Absteiger geben. Das ist ein BFV-Grundsatzbeschluss vom 25. April 2006. Der besagt, dass es maximal vier Absteiger aus der Burgenlandliga geben kann. Die Grundzahl muss immer 16 (Mannschaften) sein.

Nachsatz: „Es sei denn, der Vorstand beschließt noch etwas anderes. Denn der Vorstand hat immer die Möglichkeit, aus irgendeinem Grund etwas zu ändern – theoretisch.“

Fazit: Im „Normalfall“ sollte es höchstens einen burgenländischen Absteiger aus der Ostliga treffen. Dann bleibt es bei drei Absteigern in der höchsten burgenländischen Spielklasse. Mögliche künftige Parndorf- oder Mattersburg-1B-Teams haben mit der Abstiegsfrage demnach nichts zu tun. Sollte Oberwart den Erfolgslauf weiter fortsetzen können und kein Burgenländer aus der Ostliga absteigen, dann müssen nur zwei aus der Burgenlandliga runter.