Erstellt am 08. August 2014, 05:26

von Bernhard Fenz

„Ich war wirklich leer“. Snowboard-Olympiasiegerin Julia Dujmovits hat ihre Akkus wieder komplett aufgeladen, ist topfit und bereit für die neue Saison. Das war im Frühjahr nicht so …

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Die Goldmedaille im Parallel-Slalom von Sotschi Ende Februar hat das Leben von Julia Dujmovits verändert. Sportlich sowieso, ohne das Brettl unter den Beinen aber noch mehr: Das Interesse an der Neo-Olympiasiegerin entwickelte sich zu einem intensiven Termin-Marathon. „Im letzten Jahr hatte ich nach der Saison drei Wochen frei, diesmal hatte ich zwei Monate nur Termine. Es war schön, aber ich war wirklich leer.“

Wieder Spaß am Sport

So flog die Sulzerin im Mai zur bereits traditionellen Sommervorbereitung nach Hawaii. Auf der Insel Maui standen diesmal aber keine kompromisslosen Kraft-Einheiten am Programm. „Letztes Jahr war ich zweimal pro Tag im Fitnesscenter, diesmal kein einziges Mal. Ich habe bewusst eine andere Vorbereitung gewählt – und habe wieder viel Spaß am Sport.“

Denn untätig war die Südburgenländerin fernab der Heimat keinesfalls, lediglich die Methodik hat sich geändert – weg von der beinharten und speziell auf Olympia gerichteten Aufbauarbeit. Yoga, Triathlon-Training für den Ironman auf Hawaii, im Zuge dessen sie die Halbdistanz (1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren, 21,1 Kilometer Laufen) in 6:05,27 Stunden bewältigte, Kitesurfen – die Bandbreite war groß.

Mittlerweile ist die 26-Jährige längst wieder in Österreich, topmotiviert und zu neuen sportlichen Taten bereit. „Der Level ist jetzt ein anderer. Trotzdem werde ich um nichts schlechter als letztes Jahr sein, im Gegenteil. Jetzt habe ich wieder die volle Power für das Krafttraining.“

Neben dem Konditionsbereich, für den ihr Individualtrainer Peter Eichberger verantwortlich ist, folgen Ende August dann auch die ersten (Gletscher-)Einheiten auf Schnee.

Fokus 14/15: Heim-WM und Gesamt-Weltcup 

Da wird der neue ÖSV-Chefcoach Bernd Krug (Nachfolger des zurückgetretenen Forchtensteiners Tom Weninger) das Zepter schwingen, Dujmovits freut sich bereits auf die Zusammenarbeit: „Ich komme richtig gut mit ihm aus, das Klima passt.“

Gut so. Schließlich soll die burgenländische Hoffnung in Rot-Weiß-Rot gut eingestimmt und optimal vorbereitet in den Winter starten. Da will Dujmovits nicht nur auf das (nach der olympiabedingten Renn-Reduktion) volle Programm losgehen und vielleicht erstmals in ihrer Karriere den Gesamtweltcup holen, sondern auch bei der Heim-WM von 15. bis 25. Jänner 2015 am Kreischberg erfolgreich sein. Der Winter nach Olympia kann also kommen.