Erstellt am 10. Juni 2012, 20:40

Entscheidung im French-Open-Herren-Finale vertagt. Es hätte das "Rendezvous mit der Geschichte" werden sollen: Das mit Spannung erwartete French-Open-Finale zwischen Rafael Nadal und Novak Djokovic wurde am Sonntag wegen Regens unterbrochen.

Nach der zweiten Regenpause musste das Giganten-Duell zwischen Sandplatz-König Nadal und dem Weltranglisten-Ersten aus Serbien beim Stand von 6:4,6:3,2:6,1:2 für Nadal auf Montag (13.00 Uhr) verschoben werden. Der Spanier greift nach dem siebenten Roland-Garros-Titel und würde den legendären Sechsfach-Champion Björn Borg damit in seinen Schatten stellen. Djokovic darf weiter vom "Djoko Slam" träumen: Er will als erster Tennisprofi seit Rod Laver vor 43 Jahren alle vier Grand-Slam-Titel auf einmal halten.

Zuletzt war das Pariser Finale 1973 zwischen Ilie Nastase aus Rumänien und dem Jugoslawen Niki Pilic an einem Sonntag ins Wasser gefallen und musste einen Tag später weitergespielt werden. Ex-Roland-Garros-Sieger Michael Chang hatte Nadal gerade in Paris ein "extra Feuer" zugeschrieben und Björn Borg selbst hatte Nadal als "besten Sandplatzspieler der Geschichte" gepriesen.

Und dieses Feuer sah man dem 26-Jährigen, der in Roland Garros eine Matchbilanz von 51:1 hat, gleich an. Er trat energiegeladen auf den Court Philippe Chatrier und nahm Djokovic sofort den Aufschlag ab. Nach 13 Minuten stand es 3:0 mit Doppelbreak - als wäre der Serbe ein Statist, und nicht der Mann, der Nadal zuletzt denkwürdig in einem epischen Australian-Open-Endspiel und insgesamt dreimal in Serie in Grand-Slam-Finali besiegt hatte.

Auch damit schrieben die beiden Tennis-Stars Geschichte: Noch nie standen sich dieselben Kontrahenten in vier aufeinanderfolgenden Endspielen bei den Majors gegenüber. Diesmal sah Nadal übermächtig aus, aber Djokovic rackerte, kämpfte sich in die Partie und wehrte sich bei Nieselregen nach Kräften.