Erstellt am 09. November 2011, 13:13

Erstes Training unter Koller mit hoher Intensität. Österreichs Fußball-Nationalspieler haben am Mittwochvormittag im ersten Training unter Neo-Teamchef Marcel Koller große Einsatzbereitschaft gezeigt. In der knapp zweistündigen Einheit im Wiener Happel-Stadion legten sich die Kicker vor dem Schweizer, seinem neuen Trainerstab, rund 50 Medienvertretern und acht Kamerateams dermaßen ins Zeug, dass es am Ende sogar einige Blessuren gab.

Österreichs Fußball-Nationalspieler haben am Mittwochvormittag im ersten Training unter Neo-Teamchef Marcel Koller große Einsatzbereitschaft gezeigt. In der knapp zweistündigen Einheit im Wiener Happel-Stadion legten sich die Kicker vor dem Schweizer, seinem neuen Trainerstab, rund 50 Medienvertretern und acht Kamerateams dermaßen ins Zeug, dass es am Ende sogar einige Blessuren gab.

Veli Kavlak brach das Training schon nach wenigen Minuten Aufwärmen unter Conditioning Coach Roger Spry ab, weil er nach einer Drehung einen Stich im Rücken verspürt hat. Nach 15-minütiger Behandlungspause wollte der Besiktas-Legionär wieder einsteigen, musste aufgrund zu großer Schmerzen aber doch passen. Am Donnerstag soll der Mittelfeldspieler laut Koller wieder das Training aufnehmen.

Kurz nach dem Kavlak-Abgang lag Andreas Ivanschitz angeschlagen auf dem Rasen. Der Burgenländer hatte während einer von Assistenz-Trainer Fritz Schmid geleiteten Spielform offensichtlich einen "Pferdekuss" abbekommen, konnte aber nach einigen Minuten Behandlung weitermachen.

Im abschließenden Trainingsspiel von Strafraum zu Strafraum wurde David Alaba von Julian Baumgartlinger gefoult. Beide Spieler krümmten sich danach auf dem Boden, setzten jedoch die Einheit bald fort. Das Auslaufen absolvierte Baumgartlinger mit einem Eisbeutel am Knie.

Zu diesem Zeitpunkt war Marc Janko längst in der Kabine. Der Kapitän absolvierte aufgrund von Oberschenkelproblemen ein leichtes und verkürztes Training abseits der Mannschaft mit Physiotherapeut Michael Vettorazzi.

Nach Trainingsende bildeten die Mitglieder des Betreuerstabs einen Kreis, umarmten einander und stießen einen lauten Schrei aus, um die Zufriedenheit mit ihrer "Premiere" zu dokumentieren. Nicht mit dabei war lediglich Tormanntrainer Otto Konrad, der wegen eines Todesfalls in der Familie fehlte. An seiner Stelle übte Spry mit den drei ÖFB-Goalies.

Koller zog nach Trainingsende ein positives Resümee. "Der Einsatz war hoch, es hat viel Spaß gemacht, zuzugucken. Wenn ein neuer Trainer da ist, will sich jeder präsentieren. Jetzt ist es wichtig, diese Intensität in den nächsten Tagen hochzuhalten", erklärte der 50-Jährige.

In seinem Debüt-Training, das sich aus einer Aufwärm-Einheit mit Spry, Spielformen im Offensivbereich und einem abschließenden Spiel zusammensetzte, wollte Koller seine Ideen erstmals auf dem Platz vermitteln. "Es ist wichtig, dass wir beim Gegner Hektik entfachen, wenn er in Ballbesitz ist, und dass wir ruhigbleiben, wenn wir im Ballbesitz sind", sagte der Schweizer mit heiserer Stimme.

Seine Stimmbänder wurden nicht nur deshalb beansprucht, weil er das Training immer wieder unterbrach und den Spielern Anweisungen gab. Sondern Koller musste auch den phasenweise auftretenden Lärm durch Bauarbeiten im Stadion übertönen. Geht es nach dem Schweizer, dann soll eine derartige Geräuschkulisse in den anstehenden Einheiten am Mittwochnachmittag, Donnerstag und Freitag (jeweils zwei Trainings) sowie Samstag und Sonntag (jeweils ein Training) nicht mehr zu hören sein. Am Montagvormittag fliegt das Team nach Lwiw, wo am Dienstag das Testspiel gegen die Ukraine steigt.