Erstellt am 19. Juni 2013, 00:00

„Es gibt im Leben auch etwas anderes“. Privatmann Didi Kühbauer / Der Ex-Admira-Coach ist „sehr, sehr gerne Trainer“. Die Zeit, die er nun wieder hat, genießt er trotzdem.

 |  NOEN, Franz Baldauf
Von Bernhard Fenz

Seit einer guten Woche ist Didi Kühbauer wieder sein eigener Chef – das Arbeitsverhältnis mit Admira Wacker wurde im Rahmen einer Pressekonferenz als einvernehmlich beendet erklärt.

Die seit Dezember 2008 durchgehende Tätigkeit in der Südstadt (erst als Coach bei den Admira Juniors, ab April 2010 bei den Profis) endete nach dem Aufstieg in die Erste Liga, der Qualifikation für die Europa League und dem zuletzt haarscharf erfolgreichen Abstiegskampf also relativ abrupt, einen Tag vor dem Trainingsauftakt.

Bei den Gründen dafür stellte der 42-Jährige klar, dass es mit sportlichen Dingen nichts zu tun gehabt habe, warum er sich zu dem Schritt entschloss. „Das war mir genau wurscht, denn ich bin zu 1000 Prozent davon überzeugt, dass auch diese Mannschaft über genügend Potenzial verfügt. Es haben sich vor allem strukturell Kleinigkeiten summiert.“

Kurzum: Die reibungslose Arbeit war nicht wirklich gewährleistet. „Ich bin sehr, sehr gerne Trainer, das gebe ich zu. Und ich habe mich mit der Mannschaft super verstanden. Aber ich weiß auch, dass sich die allgemeine Situation nicht verändert hätte.“ Darum reifte der Schritt nach einer entsprechenden Nachdenkphase auch soweit, dass sich die Wege mit der Admira trennten. „Wir sind jedenfalls im Guten auseinandergegangen.“ Nachfolger wurde Toni Polster, zuletzt Ostliga-Aufsteiger mit Wiener Viktoria. Und Kühbauer? Der genießt seine neu gewonnene Freizeit ohne die obligate Fußball-Sommervorbereitung und ohne den ganz normalen Druck, der auf einem Trainer lastet. Obwohl: Normal war das letzte halbe Jahr, in dem die Admira vor dem finalen Happy End in Mattersburg ans Tabellenende gespült wurde, nicht. „Es war nervenaufreibend.“

SV Rohrbrunn? Eine Premiere ist möglich 

Und doch schaffte es der Wahl-Wulkaprodersdorfer, über den Dingen zu stehen. „Ich habe immer wunderbar geschlafen und kann das trennen. Es gibt im Leben auch etwas anderes.“ Ein neues Engagement als Trainer werde über kurz oder lang wohl trotzdem folgen, es eile aber nicht. Vorher könnte es leicht möglich sein, dass der Burgenländer bei dem einen oder anderen Klub der deutschen Bundesliga hospitieren werde.

Außerdem ist der zweifache Familienvater bei seinem ehemaligen SVM-Mitspieler und jetzigen Obmann Thomas „Schutti“ Wagner in Rohrbrunn (1. Klasse Süd) gemeldet. In der abgelaufenen Saison waren verständlicherweise andere Dinge wichtiger – es ging sich nicht aus, um zumindest einmal im Dress aufzulaufen. Für die neue Meisterschaft könnte es aber klappen, wie Kühbauer schmunzelnd feststellte. „Wenn mein Vertrag verlängert wird, stehe ich weiter zur Verfügung – und dann wird es sich auch einmal ausgehen.“

SV Mattersburg? Laut Kühbauer ist viel drin 

Ausgehen könnte sich auch der eine oder andere Besuch beim SV Mattersburg in der Ersten Liga. Nach wie vor sind die Grün-Weißen Kühbauers Herzensklub. Der ehemalige Kapitän erwartet sich in der neuen Saison eine tragende Rolle. „Ich traue ihnen viel zu. Das kann ein Neuanfang werden – und die Mannschaft ist stark genug, um vorne mitzuspielen. Nur müssen sich alle bewusst sein, dass jeder den SVM als Mitfavorit unbedingt schlagen will – da muss man entsprechend auftreten.“

Entspannt: Didi Kühbauer ist derzeit als Privatmann unterwegs.

Baldauf