Erstellt am 08. August 2012, 00:00

Es läuft, aber: „Wir sind noch in keinem Lauf“. TIPP3 BUNDESLIGA / Der SVM ist stark gestartet. Folgt nun in Innsbruck der Lauf der Dinge? Die Erinnerungen sind gut.

Makellose Heimbilanz: Die Spieler des SV Mattersburg durften sich nach dem 3:1 gegen Sturm über den zweiten Saisonsieg im Pappelstadion freuen: Nedeljko Malic, Adnan Mravac, Thomas Borenitsch, Marvin Potzmann, Patrick Bürger und Patrick Farkas (v.l.).MICHAEL WELLER  |  NOEN
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VON BERNHARD FENZ

Die Pflicht zum Auftakt beim 2:0 gegen Wiener Neustadt erfüllt, beim 2:3 mit erhobenem Haupt aus Salzburg abgereist und am Samstag Sturm Graz 3:1 geschlagen: Schön langsam könnte sich beim SV Mattersburg nach den ersten Partien der Saison eine positive Eigendynamik – also ein Lauf – entwickeln.

Trainer Franz Lederer bleibt vorsichtig: „Von einer möglichen Eigendynamik kann man vielleicht nach fünf, sechs Runden sprechen.“ Viel wichtiger sei für den Chefcoach nach dem jüngsten Erfolg gegen die Steirer die Erkenntnis, dass „die Mannschaft mittlerweile weiß: Jede Partie ist zu drehen“.

Das 0:1 gegen die Grazer zur Halbzeit (Lederer: „Das Gegentor war eine individuelle Fehlerkette, bis zur Pause war die Partie eher zäh.“) verwandelte Grün-Weiß noch in ein 3:1. Ilco Naumoski war mit seiner schönen Einzelaktion und dem vorentscheidenden Treffer zum 2:1 so etwas wie der Vater des Sieges.

Und jetzt? Der aktuelle Tabellenzweite Mattersburg ist am Samstag beim noch punktelosen Vorletzten Wacker Innsbruck zu Gast. Das letzte Duell am Tivoli endete im Mai 6:3 für die Burgenländer. Trotzdem sieht Lederer keine Gefahr, die Tiroler zu unterschätzen: „Die Mannschaft ist intakt, die Mischung passt, alle gieren weiter nach Erfolg. Trotzdem wissen wir die Situation einzuordnen: Ein Punkt in Innsbruck wäre o.k., drei Punkte wären fantastisch.“

Klarheit im Kopf – eine  absolut wertvolle Gabe

Gut möglich übrigens, dass auch in Tirol wieder Neuzugang Manuel Prietl im defensiven Mittelfeld am Start ist. Der seit vergangenen Freitag 21-jährige Steirer hat sich enorm schnell eingelebt, kam in den ersten drei Partien jeweils von Beginn weg zum Einsatz und hinterließ einen guten Eindruck. Das alles ist insofern überraschend, als Prietl bis Sommer 2011 noch in Glein-stätten und danach für ein Jahr bei Hartberg in der Ersten Liga tätig war. Sein damaliger Coach beim TSV war übrigens Kurt Garger – den gebürtigen Stremer und Ex-Rapid-Internationalen überrascht die Entwicklung nicht: „Schon damals war auffallend, dass er jede Info voll aufgesaugt und sofort umsetzt hat. Neben seiner körperlichen Verfassung ist er sehr klar im Kopf – das ist einer der wesentlichsten Punkte bei jungen Spielern und ihrer Entwicklung.“

Längst arbeitet Franz Lederer täglich mit dem Mittelfeldspieler – sein Eindruck deckt sich aber im Wesentlichen mit jenem von Garger: „Er macht genau das, was notwendig ist und konzentriert sich auch am Platz aufs Wesentliche.“ Ob und wann der berühmte Einbruch komme? „Von der mentalen Seite her wahrscheinlich gar nicht – da ist er gut unterwegs. Körperlich wird man sehen, wie sich alles entwickelt.“

Manuel Prietl selbst blickte auf seinen Mattersburger Einstand ehrlich zurück: „Ich war schon überrascht, dass es so gut gelaufen ist, habe mir aber keinen Druck gemacht, sondern immer gesagt, dass ich mir Zeit gebe.“ Nachsatz: „Ich hoffe, dass ich die Lockerheit beibehalten kann.“ Angesichts seiner Grundsatzdevise („Immer schön am Boden bleiben“) stehen die Chancen dafür gar nicht so schlecht.