Erstellt am 13. Oktober 2010, 12:50

„Es war der richtige Weg“. TIPP3 BUNDESLIGA / Patrick Bürger (23) spricht über seine Rückkehr nach Mattersburg, seinen Reifeprozess, seine Auslandspläne und warum er sich nicht als Junger betrachtet.

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VON BERNHARD FENZ
BVZ: Patrick Bürger ist gereift. Viele sagen, dass du dich in den letzten zwei Jahren bei Hartberg gut entwickelt hast. Was kannst du jetzt konkret besser?
Patrick Bürger: Ich habe mich körperlich ziemlich gesteigert, auch von den Laufwegen her habe ich viel gelernt. Und ich habe mittlerweile vor dem Tor einen besseren Riecher. Jetzt stehe ich auch dort, wo es gefährlich ist.

BVZ: Inwieweit hast du dich auch mental verbessert?
Bürger: Ich bin im Spiel lockerer und weiß, was ich zu tun habe. Früher war ich in manchen Situationen nervös, das ist jetzt überhaupt nicht mehr der Fall.
BVZ: Oft wollen junge Spieler zu viel und werden dann unlocker – war das auch bei dir so?
Bürger: Ich war sicher übermotiviert, andererseits finde ich, dass ich damals in Mattersburg gar nicht so schlecht war. Nur wenn du nicht spielst, ist es schwer. Und ich bin kein Joker-Typ, sondern finde am besten rein, wenn ich von Anfang an spiele.

BVZ: Du wurdest damals phasenweise rechts im Mittelfeld aufgestellt, sogar rechts in der Viererkette warst du zumindest eine Option.
Bürger: Das waren überhaupt nicht meine Positionen. Ich bin ein offensiverer Spielertyp und eigentlich Mittelstürmer. Es war zwar eine Erfahrung für mich, aber ich möchte das ehrlich gesagt nicht mehr wiederholen.

BVZ: Im ersten Anlauf hat es beim SVM nicht zum Stammspieler gereicht, jetzt bist du wieder zurückgekehrt. Warum?
Bürger: Mattersburg hat eine junge Mannschaft – und der Verein hat sich sehr um mich bemüht. Darum habe ich mich auch dafür entschieden und ich glaube, das war der richtige Weg.

BVZ: Wie gestaltet sich das Tagesgeschäft in Mattersburg?
Bürger: Die Kameradschaft ist toll. Ich freue mich auf jedes Training, wenn man sieht, wie sich die Jungen reinhauen. Ich bin zwar auch noch jung …

BVZ: … aber du siehst dich nicht mehr als Junger?
Bürger: Eher nicht. Das habe ich seit meiner Zeit in Hartberg abgelegt, wo ich Kapitän und Führungsspieler wurde. Dort haben sich schon viele an mir angehalten, das macht mich auch stark.

BVZ: Deine aktuelle Bilanz als Stürmer: vier Tore in zehn Spielen. Wie stark bist du derzeit?
Bürger: Es ist noch einiges möglich. Körperlich bin ich noch nicht zu hundert Prozent fit.

BVZ: Warum nicht?
Bürger: Im Sommer haben mich Probleme mit dem Kreuz zurückgeworfen. Dann habe ich das langsam in den Griff bekommen, jetzt habe ich Leistenprobleme – die mich aber nicht wirklich stören. Leider konnte ich die Vorbereitung nicht richtig mitmachen. Dieses Manko merze ich jetzt aus, und es wird von Spiel zu Spiel besser.

BVZ: Hast du für deine weitere Karriere einen „Masterplan“?
Bürger: Über kurz oder lang will ich ins Ausland. Das ist mein großes Ziel, in einem anderen Land bei einem guten Klub zu spielen. Dafür arbeite ich auch.

BVZ: Zurück zu Mattersburg: Welche sportlichen Möglichkeiten hat diese Mannschaft?
Bürger: Wir haben uns gefunden und müssen uns jetzt nach oben orientieren. Das wird funktionieren, wenn wir unsere Stärke ausspielen. Mit Kampf und Leidenschaft ist in Österreich jeder Gegner schlagbar.

BVZ: Wie ernüchternd ist seit deiner Rückkehr eigentlich die Zuschauersituation?
Bürger: Das hat mich schon überrascht. Nach den beiden Auftritten gegen den LASK hoffe ich aber schon, dass am Sonntag gegen die Austria wieder mehr Zuschauer im Stadion sind. Das würde uns enorm helfen, vieles würde leichter fallen.