Erstellt am 06. Juli 2011, 00:00

„Extrem wichtig für uns“. FIFA-U20-WM / Die Mattersburg-Profis Patrick Farkas und Lukas Rath sind in Kolumbien mit dabei – U20-Teamchef Andi Heraf ist vorab voll des Lobes.

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VON BERNHARD FENZ

Wenn der SVM im Zuge der Tipp3 Bundesliga am 23. und 30. Juli auswärts auf Meister Sturm Graz und auf Vizemeister Salzburg trifft, werden zwei grün-weiße Profis gespannt das Ergebnis abwarten, viel mehr aber schon nicht. Der Fokus von Patrick Farkas und Lukas Rath gilt zu dieser Zeit einer anderen Aufgabe: Beide sind Teil der österreichischen U20-Nationalmannschaft, die sich für die Weltmeisterschaft in Kolumbien (29. Juli bis 20. August) qualifiziert hat und die am 20. Juli für die große Herausforderung zusammengezogen wird.

Ab dann muss der SVM auch auf beide verzichten – zumindest für die Dauer der zweiten und dritten Runde, die am 23. und 30. Juli gespielt wird. Die Burgenländer haben das von Teamchef Andi Heraf angeforderte Duo abgestellt. Vereinslinie: So eine Chance darf beiden nicht verwehrt werden – auch wenn es rein sportlich für den SVM kein Segen ist, während der Saison auf zwei potenzielle Stammspieler verzichten zu müssen. Das weiß der ehemalige Rapidler auch entsprechend zu würdigen: „Mattersburg und Ried haben sich, ohne groß zu überlegen, sofort bereit erklärt, die gewünschten Spieler abzustellen. Das ist eine tolle Sache, ich möchte auf diesem Weg noch einmal meinen Dank ausrichten.“

Nicht ohne Grund ist Heraf („An sich sollte so etwas selbstverständlich sein“) voll des Lobes. Noch ist unklar, ob alle einberufenen Spieler auch grünes Licht von ihren Arbeitgebern erhalten. Rath und Farkas sind in Kolumbien jedenfalls fix dabei. Ob sie dann in Runde vier (auswärts gegen die Admira, 13. August) wieder zur Verfügung stehen, hängt auch davon ab, ob Österreich ins Achtelfinale einziehen kann.

Rath: „Sicher ist es ein zweischneidiges Schwert, die WM zu spielen, wenn gleichzeitig die Meisterschaft läuft. Aber so eine Chance hat man nicht oft im Leben. Es ist eine große Ehre und eine Riesenfreude, für Österreich spielen zu dürfen.“

Kollege Farkas nickt zustimmend – und ergänzt, angesprochen auf die Erwartungen: „Wir wollen gute Spiele abliefern, schließlich stehen wir da besonders im Rampenlicht. Es ist schon ein Riesenerfolg, dass wir dabei sind. Fantastisch wäre natürlich, wenn wir über die Gruppenphase drüberkommen.“

Am Ende gar ein elterlicher  Südamerika-Ausflug?

Rath und Farkas haben dieses Ziel zu einem gewissen Teil selbst in der Hand, denn: Beide werden wohl in der Startformation stehen – Letzterer spielt rechts in der Viererkette, Rath steht in der Innenverteidigung. Andi Heraf stellt in diesem Zusammenhang klar: „Sie sind für mich nicht aus der Mannschaft wegzudenken und waren im Lauf der Qualifikation extrem wichtig für uns. Auffallend ist auch, dass beide enorm viel im individuellen Bereich arbeiten. Der Farki ist sowieso immer bis zum Anschlag topfit – für den Luki freut es mich besonders, dass er jetzt wieder völlig auf der Höhe ist.“ Erst stoppte Rath in der letzten Saison eine Schambeinverletzung, ehe Muskelprobleme das Comeback verzögerten. Mittlerweile kann der zurückhaltende, sympathische Windener aber wieder lachen.

Übrigens: Daumendrücker wird es für Rath und Farkas bei der WM in Kolumbien viele geben, allerdings nur vor dem Fernseher daheim. Es sei denn…: „Wenn wir ins Finale einziehen, kommen meine Eltern“, so der schmunzelnde Ausblick von Rath. „Meine auch“, stellt Farkas im selben Atemzug klar. Nur ein Traum? In wenigen Wochen wissen wir mehr.

Patrick Farkas (l., 18 Jahre) und Lukas Rath (19) sind nicht nur längst fixer Bestandteil der Profis des SV Mattersburg, sondern auch Stützen des österreichischen U20-WM-Nationalteams.BERNHARD FENZ

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