Erstellt am 06. November 2013, 10:17

Fixleiberl und ÖFB-Teamplatz weg - Hosiner bleibt locker. Philipp Hosiner hat schon bessere Tage erlebt. Nach dem Fixleiberl bei der Austria ist dem Stürmer nun auch sein Platz im österreichischen Nationalteam bis auf Weiteres abhandengekommen.

Doch der Burgenländer lässt sich nicht entmutigen. Denn Hosiner weiß, wie schnelllebig das Fußballgeschäft sein kann. "Ich habe immer mein Bestes versucht und werde auch weiter mein Bestes versuchen. Und ich weiß auch, dass wieder bessere Zeiten kommen werden", meinte Österreichs amtierender Bundesliga-Torschützenkönig im Rahmen der Champions-League-Partie der Austria am Mittwoch in Madrid gegen Atletico. Hosiner ist sich sicher: "Ich werde wieder meine Chance bekommen und auch wieder meine Tore machen."

"Ich sehe das locker"

Die Aufregung und die Schlagzeilen rund um seine Verbannung durch Trainer Nenad Bjelica auf die Ersatzbank kann Hosiner überhaupt nicht nachvollziehen. "In meiner Zeit bei der Austria ist es das erste Mal, dass ich auf der Bank sitze. Jetzt glaubt jeder, er muss mit mir ein Interview machen und das ist so ein Riesenthema. Ich sehe das überhaupt nicht so. Es gibt noch sieben andere Spieler, die auf der Bank sitzen. Ich bin nur einer davon. Ich sehe das locker", meinte der 24-Jährige.

Dass es nicht so rund läuft wie in der vergangenen Traumsaison unter Meistermacher Peter Stöger, das beschäftigt aber natürlich auch Hosiner nach bisher "nur" fünf Ligatreffern sehr intensiv. "Unter Bjelica habe ich ein paar andere taktische Vorgaben als unter Stöger. Ich kann aber nicht sagen, ob es wegen der Spielweise oder wegen irgendetwas anderem ist", beurteilte Hosiner die Ursachenforschung unterm Strich einfach als "schwierig".

"Erwartungen von Anfang an viel zu groß"

Vielleicht war aber auch die allgemeine Erwartungshaltung erdrückend. "In der vorigen Saison hat einfach alles funktioniert. Deshalb waren die Erwartungen für diese Saison von Anfang an viel zu groß. Von den Fans, vom Verein und wahrscheinlich auch von mir selbst", glaubt Hosiner.

Bereits die Wochen vor dem Beginn der neuen Saison waren für den Eisenstädter nicht optimal verlaufen. Zunächst schien sein erträumter Wechsel in die deutsche Bundesliga zu Hoffenheim bereits fix, doch dann platzte der Deal noch. Hosiner gestand die Enttäuschung ein, fokussierte sich aber laut eigenen Angaben rasch wieder voll und ganz auf die Austria, mit der es dann in die Gruppenphase der Champions League schaffte.

Großchancen vergeben

Die bisherigen Auftritte in der Königsklasse waren bezeichnend für die gesamte laufende Saison von Hosiner. Denn die sich bietenden Großchancen vergab Hosiner allesamt, teilweise auch mit Pech wie beim Lattenknaller in Wien gegen Atletico. Dass sein Ersatzmann Roman Kienast dann am vergangenen Sonntag beim 3:0 in Wr. Neustadt gleich alle drei Treffer erzielte, passte auch noch ins Bild.

Den "Schwarzen Peter" des Alleinschuldigen will sich Hosiner aber nicht andrehen lassen. "Ich war sicher nicht alleine Schuld an der ganzen Misere. Jetzt kann man leicht sagen: 'Der Hosiner ist draußen, jetzt rennt's wieder'. Wer das so sieht, dem gratuliere ich zu dieser Analyse. Aber jeder Fußballer weiß, wenn der Trainer ein Zeichen setzt, dann kommt meistens frischer Wind und neues Leben in die Mannschaft", erklärte Hosiner.

Den Triplepack gönnte Hosiner seinem Offensivkollegen Kienast von Herzen, Hosiner merkte aber an: "Ich bin überzeugt, dass ich in Wr. Neustadt auch meine Tore gemacht hätte. Denn die gesamte Mannschaft hat dort einfach anders gespielt. So wie vergangene Saison mit vielen Bällen in den Strafraum. So wie ich es gerne hab' und brauche. Und das war bis dahin leider nicht der Fall gewesen."