Erstellt am 23. Juni 2016, 13:04

"Nicht so schöne Erfahrungen" für Alaba. David Alaba hätte seinen 24. Geburtstag gerne ganz anders gefeiert.

 |  APA (AFP)

Doch statt in Mallemort, dem Trainingscamp der österreichischen Nationalmannschaft während der Fußball-EM in Frankreich, begeht Alaba seinen Feiertag am Freitag schon wieder daheim in Wien. "Es ist sehr enttäuschend, wir haben uns mehr vorgenommen", sagte er nach dem Aus in der EM-Gruppenphase.

Der Wiener wird als vielseitiger Spieler geschätzt, vier Positionen innerhalb kurzer Zeit waren dann aber doch eine zu viel. Während er bei den Bayern links in der Viererkette oder als Innenverteidiger eingesetzt wurde, stellte ihn Teamchef Marcel Koller zunächst wie gewohnt im defensiven Mittelfeld auf.

Alaba fand nicht richtig ins Spiel

Gegen Portugal kam er offensiver zum Zug und gegen Island aufgrund der Systemumstellung sogar fast als Stürmer. Allerdings fand er so nicht richtig ins Spiel. "Schwer zu sagen, ob es am System gelegen hat. In der ersten Halbzeit war es für mich nicht einfach, wir haben die Linie nicht gefunden", sagte Alaba.

Das gilt für die gesamte Mannschaft von Turnierbeginn weg. Dennoch ist Alaba überzeugt, dass der Weg stimmt. "Wir haben tolle Spieler in unseren Reihen, die es in ihren Vereinen immer wieder zeigen, dass sie Leistungsträger sind. Wir haben schon oft beweisen, dass wir als Mannschaft sehr stark auftreten können, wenn wir das als Kollektiv umsetzen können. Wir haben in der Qualifikation gesehen, dass wir dann eine sehr gefährliche Mannschaft sind", betonte er.

"Drago ist ein sicherer Schütze"

Die Chancen, das auch in Frankreich zu zeigen, waren da. Er selbst etwa hatte im Auftaktspiel gegen Ungarn mit einem Stangenschuss nach rund 30 Sekunden Pech, gegen Island holte er in der ersten Hälfte einen Elfmeter heraus. Alaba und Abwehrchef Aleksandar Dragovic waren als Elfmeterschützen bestimmt, Dragovic schnappte sich den Ball - und vergab.

"Drago ist normal ein sehr sicherer Schütze. Ich war der Gefoulte. Er ist schnell nach vorne gekommen und hatte schon den Ball in der Hand. Er hat sich sehr gut gefühlt und wollte den Elfmeter schießen", kommentierte Alaba die vielleicht entscheidende Aktion.

"Haben Erfahrungen gesammelt"

Nun gilt es, aus der EURO die richtigen Lehren zu ziehen. Bereits im September beginnt die Qualifikation für die WM 2018 in Russland, erstmals seit 20 Jahren will man dann auch wieder bei einer Weltmeisterschaft dabei sein.

"Wir haben Erfahrungen gesammelt, die natürlich nicht die schönsten waren", weiß Alaba. Aber: "Unser Buch ist noch nicht zu Ende geschrieben. Es ist ein Kapitel, kein schönes Kapitel. Um weiterzukommen, gehört vielleicht irgendwo ein Kapitel dazu, das so aussieht. Wir wollen das nächste Kapitel aufschlagen".