Steinberg-Dörfl

Erstellt am 05. Oktober 2016, 06:43

von Dietmar Heger

Jenny Pöltl: „Das Ziel bleibt die EM“. Die Steinbergerin Jenny Pöltl fehlte im Kader beim historischen 0:0 in Wales, das Österreichs Damen zur EM-Teilnahme reichte. Genau diese hat sie noch nicht abgeschrieben.

Volle Kraft voraus. Jenny Pöltl (r., im Länderspiel gegen Ungarn) ist mit ihrem Studium und dem Verein voll eingespannt. Die Euro 2017 in den Niederlanden bleibt aber trotzdem ein Ziel der 23-Jährigen. Foto: Möhsner  |  Möhsner

Jenny Pöltl stand den Großteil der erfolgreichen EM-Qualifikation im Kader von Österreichs Damen-Nationalteam. Beim letzten Schritt in Wales (0:0) fand sich die 23-Jährige lediglich auf der Abrufliste wieder.

Österreich qualifizierte sich als Zweiter hinter Norwegen und einer der sechs besten Gruppenzweiten direkt für die Europameisterschaft in den Niederlanden von 16. Juli bis 6. August 2017. Mit der BVZ sprach sie über das EM-Ziel, derzeitige Prioritäten und ihre Champions League-Ziele.

BVZ: Die erstmalige Quali des Damen-Nationalteams für eine Europameisterschaft ist historisch.
Jenny Pöltl: Es ist ganz toll, was wir erreicht haben. Ich freue mich total für die Mädels.

Seit März bist du nur mehr auf Abruf im Kader. Was ist passiert?
Im Jänner schließe ich mein Sport-Studium ab – ich musste deshalb im Frühjahr Prioritäten setzen und einen Team-Lehrgang absagen. Seitdem bekommen andere Spielerinnen den Vorzug.

„Wir müssen gegen Bröndby in der Defensive alles richtig machen“

Teamchef Dominik Thalhammer setzte in Wales auf elf Legionärinnen von Beginn an. Ist es als Bundesliga-Spielerin schwerer?
Aktuell sieht es so aus. Damit muss ich mich abfinden. Trotzdem ist es mein Ziel, bei der Endrunde in den Niederlanden wieder im Kader zu stehen. Derzeit konzentriere ich mich aber voll auf meinen Verein (Anm.: SKN St. Pölten). Da haben wir auch hohe Ziele.

Welche denn?
Wir spielen heute, Mittwoch, zuhause in der Champions League gegen Bröndby IF. Auch die Meisterschaft wird da hinten angestellt. Unter der Woche proben wir dafür sogar gegen Burschen-Akademie-Teams.

Im Vorjahr war in Runde eins gegen Verona Endstation. Wie stehen die Chancen heuer?
Bröndby steht noch eine Stufe über Verona. Sie sind total offensiv ausgerichtet. Wir müssen in der Defensive alles richtig machen, um mit einem guten Ergebnis nach Dänemark zu fahren. Gegenüber dem Vorjahr haben wir uns auch toll entwickelt, wie das 3:4 im Test gegen Wolfsburg zeigte. Die stehen noch eine Klasse über Bröndby.

Wie lauten deine persönlichen Ziele für diese Saison?
Auf Vereinsebene das Double verteidigen und die erste Champions League-Hürde nehmen. Im Jänner möchte ich mein Studium und meine Ausbildung zur Fitness- und Personaltrainerin abschließen. Und wenn ich dann mit dem Team in die Niederlande fahre, war es ein erfolgreiches Jahr.

Du bist 23 Jahre alt. Wie sieht der mittelfristige Plan aus? Lebt der Traum von einem Wechsel in eine ausländische Liga noch?
Derzeit ist nichts geplant. Vorerst konzentriere ich mich darauf, meine Ausbildungen zu absolvieren. Im Jänner kann ich mir dann Gedanken über meine weitere Zukunft als Fußballerin machen.