Erstellt am 10. Oktober 2012, 14:26

Fuchs will bei Jubiläumsspiel Sieg über Kasachen. Der Niederösterreicher und Teamkollege Pogatetz stehen beim WM-Quali-Spiel in Astana vor ihrem 50. ÖFB-Auftritt. Beim Training in Bad Tatzmannsdorf zeichneten sich Überraschungen bei der Aufstellung in Kasachstan ab.

Christian Fuchs und Emanuel Pogatetz feiern beim Fußball-WM-Qualifikationsspiel am Freitag (18.00 Uhr MESZ/live ATV) in Astana ein Jubiläum. Beide ÖFB-Teamspieler bestreiten gegen Kasachstan ihr 50. Länderspiel und wünschen sich zu diesem Anlass einen vollen Erfolg. "50 Länderspiele zu haben, ist etwas Schönes, aber nur eine Zahl. Wichtiger ist ein Sieg", sagte Fuchs.

Deshalb schloss sich der Niederösterreicher der Aufforderung von Teamchef Marcel Koller an, mit der richtigen Einstellung in die Partie zu gehen. "Wir dürfen nicht glauben, dass Kasachstan zum Selbstläufer wird, nur weil wir gegen Deutschland gut gespielt haben", warnte der Kapitän und erinnerte an den mühsamen 2:0-Heimsieg und das Auswärts-0:0 gegen Kasachstan in der vergangenen EM-Qualifikation. "Aus diesen Spielen sind wir gewarnt. Außerdem haben die Kasachen gegen Irland daheim nur knapp und mit Pech 1:2 verloren, das zeigt, dass sie eine gute Mannschaft sind."

Im Vergleich zum torlosen Remis vor einem Jahr in der Astana Arena gibt es laut Fuchs aber einen gravierenden Unterschied. "Damals war die Qualifikation für uns schon vorbei, jetzt haben wir alles einem Ziel - der WM-Teilnahme - untergeordnet. Da brauchen wir keine besondere Motivation. Wir haben noch neun Quali-Spiele, und die möchten wir wenn möglich alle gewinnen."

Am Selbstvertrauen sollte es in Astana nicht scheitern. "Wir sind uns bewusst, dass wir die besseren Fußballer als die Kasachen sind. Wir wollen dem Spiel unseren Stempel aufdrücken, Dominanz zeigen und drei Punkte holen", betonte Fuchs.

Der Schalke-Legionär hat nach seinen EM-Auftritten 2008 seit dieser Saison auch Einsätze in der Champions League auf der Visitenkarte stehen - nur einen weißen Fleck gilt es noch zu beseitigen: "Was noch fehlt, ist die WM-Teilnahme", meinte Fuchs. Auch ohne Erfahrungen bei Weltmeisterschaften kann der 26-jährige Neunkirchner schon auf einige bemerkenswerte Partien im ÖFB-Trikot zurückblicken. "Ein Highlight war sicher das 3:1 gegen Frankreich (Anm.: in der WM-Quali im September 2008)."

Pogatetz ist besonders das 3:3 in Belfast gegen Nordirland im Oktober 2004 in der WM-Qualifikation in Erinnerung geblieben. "Das war ein ganz besonderes Spiel", sagte der Steirer über die "Schlacht von Belfast", die den damaligen Teamchef Hans Krankl zu einem hochemotionalen TV-Auftritt veranlasste. Weniger gern denkt der Innenverteidiger an das 1:3 daheim gegen Serbien in der WM-Quali im Oktober 2008 und an das 2:3 in Polen in der WM-Quali 2005 zurück.

Zwischen diesen Partien lag eine fast zweijährige Nationalteam-Auszeit, die durch Pogatetz' harte Kritik an Nationaltrainer Josef Hickersberger und dem gesamten ÖFB ausgelöst wurde. "Ich freue mich über das Jubiläum, bin aber auch enttäuscht, dass ich es nicht schon früher auf 50 Länderspiele gebracht habe, weil ich aus verschiedenen Gründen einige Spiele versäumt habe", sagte der 29-Jährige.

Enttäuschend lief es für Pogatetz in der bisherigen Saison auch beim VfL Wolfsburg - nach sieben Runde stehen nur fünf Punkte zu Buche, außerdem wurde der Abwehrspieler zuletzt beim 0:3 gegen Schalke ausgetauscht. "Trainer Magath hat das mir gegenüber nicht begründet, aber von Journalisten habe ich gehört, dass er einen taktischen Wechsel vornehmen wollte."

Dass sein Verein derzeit nur an der vorletzten Stelle liegt, ist Pogatetz zu Beginn des ÖFB-Lehrgangs noch schwer im Magen gelegen. "Doch nach dem ersten Training in Bad Tatzmannsdorf habe ich mich schnell wieder auf die Ziele mit der Nationalmannschaft konzentriert."

An Fuchs schätzt Pogatetz unter anderem dessen gut angeschnittene Flanken, der Linksverteidiger wiederum hob die Zweikampfstärke und Erfahrung von Pogatetz hervor. Eine gemeinsame Schwäche hat Fuchs auch ausgemacht: "Den rechten Fuß haben wir beide nur zum Autofahren", schmunzelte der Ex-Mattersburger, dessen Zahl an Länderspielen im aktuellen Kader nur von Andreas Ivanschitz (57) übertroffen wird.

Ivanschitz, Fuchs und Pogatetz sind am Freitag gegen Kasachstan gesetzt, ansonsten deutete sich im Training am Mittwochvormittag die eine oder andere Überraschung an, was die Aufstellung betrifft. Im Gegensatz zum Deutschland-Spiel könnten Marc Janko an vorderster Front, Jakob Jantscher am rechten Flügel und Florian Klein rechts in der Viererkette beginnen. In diesem Fall würden Marko Arnautovic, Martin Harnik und György Garics nur auf der Bank Platz nehmen.