Erstellt am 19. Mai 2011, 18:26

Fünfeinhalb Jahre Haft für Wettbetrüger Sapina. Das Bochumer Landgericht hat am Donnerstag ein hartes Urteil gegen Ante Sapina verhängt. Der Fußball-Wettbetrüger wurde zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt.

Das Bochumer Landgericht hat am Donnerstag ein hartes Urteil gegen Ante Sapina verhängt. Der Fußball-Wettbetrüger wurde zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Sapina hatte gestanden, zwischen 2008 und 2009 in mehreren europäischen Ländern Spieler und Schiedsrichter bestochen zu haben. Betroffen waren auch Partien der Europa League und der WM-Qualifikation sowie fünf Liga-Spiele in Österreich.

Sapinas Gewinn soll sich auf über 2,3 Millionen Euro belaufen haben. Sapina selbst nahm das Urteil ohne äußerliche Regung auf. Die Staatsanwaltschaft hatte sieben Jahre Haft beantragt. Der ebenfalls angeklagte Marijo C. wurde zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Gegen Kaution von 50.000 Euro darf er das Gefängnis allerdings erst einmal wieder verlassen. Gegen Dragan M. wurden eineinhalb Jahre Haft auf Bewährung verhängt.

Staatsanwalt Andreas Bachmann hatte die Angeklagten in seinem Plädoyer als "Feinde des Sports" bezeichnet. Den Wettbetrügern sei es völlig egal gewesen, ob eine Mannschaft auf- oder absteige. Nach Ansicht der Verteidiger habe der Fußball jedoch längst seine Unschuld verloren. "Es ist nicht so, dass schmutzige Herren in einen sauberen Teich gesprungen sind", hatte Sapinas Anwalt Stefan Conen in seinem Plädoyer gesagt.

Die Bochumer Staatsanwaltschaft war ursprünglich von etwa 50 manipulierten Fußballspielen ausgegangen. In das Urteil flossen letztendlich aber nur noch 28 Partien ein - darunter auch das WM-Qualifikationsspiel zwischen Liechtenstein und Finnland vom 9. September 2009. Damals soll Sapina dem Schiedsrichter rund 30.000 Euro zugesteckt haben.

Ein besonders negatives Highlight sei auch der komplette Kauf der bosnischen Mannschaft NK Travnik im Sommer 2009 gewesen. Die Wettbetrüger hätten es geschafft, "mit dem Segen der UEFA" offizielle Freundschaftsspiele in der Schweiz durchführen zu können. Bachmann: "Da hat eine ganze Mannschaft nach ihrer Pfeife getanzt."