Erstellt am 07. Februar 2012, 10:48

Für Bundesliga-Trainer ist alles offen. Österreichs Fußball-Bundesliga ist vor dem Frühjahrsstart am Wochenende an der Spitze völlig ausgeglichen.

Innerhalb von fünf Punkten sind mit Rapid (32), Ried (32), Salzburg (30), Austria (28), Admira (28) und Sturm Graz (27) sechs Teams. Für die Coaches ist das enge Rennen eher ein Zeichen für die Stärke und nicht die Schwäche der Liga. Das kam in einer Umfrage deutlich heraus.

"Die Liga ist stark, das sieht man auch an den Erfolgen in der Europa League", betonte etwa Wiener-Neustadt-Trainer Peter Stöger. Und Paul Gludovatz sieht es ähnlich. "Ich glaube, dass international mehr Wertschätzung auf unsere Liga gelegt wird wie in der heimischen Medienlandschaft", gab der Ried-Trainer seine Sicht der Dinge preis.

Erklärungsversuche für die Situation an der Tabellenspitze gab es einige. "In den letzten Jahren hat es von den absoluten Spitzenmannschaften keine geschafft, ihrem Ruf wirklich gerecht zu werden. Das Gros der Liga ist nicht schlecht, aber nach vorne hin fehlen die Ausreißer", sagte Wacker-Innsbruck-Coach Walter Kogler.

Franco Foda sieht es im Herbst als normal an, dass alles eng beisammen ist. "Die Mannschaften, die international spielen, haben immer den hohen Rhythmus und sind durch die Reisestrapazen manchmal in der Liga nicht so konzentriert", erinnerte der Sturm-Cheftrainer.

Die nur auf Rang drei liegenden "Bullen" gelten im Frühjahr für gleich fünf Trainer - Schöttel, Vastic, Kühbauer, Foda und Kogler - als Topfavorit. Salzburgs Moniz glaubt an eine Entscheidung erst am letzten Spieltag. Für Gludovatz haben Rapid, Austria, Sturm und Salzburg gleich gute Chancen. Stöger schloss sich dem an und nahm auch noch Ried in seine Auflistung auf. Franz Lederer sah das Rennen noch offener. "Alle sechs Clubs, die vorne sind, können den Titel holen. Es wird darauf ankommen, wer gleich eine Serie hinlegt", sagte der Mattersburg-Trainer.

Auch was die untere Region der Tabelle anbelangt, ist für die Chef-Übungsleiter noch längst nicht alles klar. So ist Paul Gludovatz der Meinung, dass neben Kapfenberg und Mattersburg noch der ein oder andere Club mehr in den Abstiegskampf rutschen kann, wenn der Start der Meisterschaft verschlafen wird. Ähnlich lautet die Einschätzung von Didi Kühbauer: "Es gibt genügend Frühjahrspartien, warum sollten sie nicht einen Lauf haben?" Vastic sieht Von Heesen als Ass im Ärmel der Steirer. "Wer die deutsche Mentalität kennt, der wird wissen, dass sie nicht aufgeben werden", sagte der Austria-Coach.