Erstellt am 05. Oktober 2011, 00:00

„Für mich war das alles amateurhaft“. A-TEAM / BFV-Präsident Karl Kaplan stört(e) die Abwicklung der Teamchef-Frage – EM-Quali wird übrigens auch gespielt.

AVITA-Chef Peter Prisching (2.v.l.) ist derzeit Gastgeber der Nationalmannschaft. Diese bereitet sich in Bad Tatzmannsdorf vor, mit dabei: das Burgenland-Trio – „Heimkehrer“ Andy Ivanschitz, Christopher Trimmel, Debütant Philipp Hosiner (v.l.).D. FENZ  |  NOEN
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VON BERNHARD FENZ

UND MARTIN IVANSICH

Lange war die Bestellung des neuen Teamchefs ein Geheimnis. Am Montagabend überschlugen sich dann aber die Ereignisse. Aus Insiderkreisen drang durch, dass – nachdem der ÖFB für Dienstag, 13 Uhr (nach Redaktionsschluss), die Präsentation in Oberwart angesetzt hatte – der Schweizer Marcel Koller (50) der besagte neue starke Mann werde. Er war neben Grashoppers Zürich und dem 1. FC Köln unter anderem auch Trainer von Christian Fuchs beim Vfl Bochum. Das alles geschah, noch bevor das ÖFB-Direktorium die Entscheidung offiziell abgesegnet hatte. Nicht nur dieser Umstand störte Burgenlands Fußball-Boss Karl Kaplan. „Ich kann die Vorgangsweise nicht gutheißen, sondern bin empört darüber, wie die Causa abgewickelt wurde. Für mich war das alles amateurhaft.“

Konkret? „Das Überraschungsmoment hätte auf unserer Seite sein müssen – zudem hätte rascher agiert werden müssen. So ist das alles doch nur lächerlich.“ Kaplans Vorschlag: „Wir hätten erst zum bestehenden Teamchef stehen und dann parallel rascher im Zuge einer Lösung handeln müssen. Klar sucht der Präsident aus – bei einer Präsidiumssitzung hätten aber erst alle eingebunden werden können. Das wäre noch ohne die große öffentliche Aufmerksamkeit gegangen. So entscheidet eben ein Direktorium über den Teamchef, der bereits quasi präsentiert wurde.“

Zudem steht der BFV-Boss (der übrigens mit dem Team die Reise nach Aserbaidschan und Kasachstan antreten wird) nach wie vor zu einer österreichischen Trainerlösung: „Als Vorsitzender der Trainerkommission bin ich enttäuscht darüber, dass es kein inländischer Coach wird. Wir betonen immer, wie gut die Ausbildung ist und haben auch gute Trainer – dann sollte auch ein Österreicher zum Zug kommen.“

Hosiners Debüt und das  Comeback von Ivanschitz

Neben der brandheißen Debatte rund um den neuen Teamchef wird aber auch Fußball gespielt. Das A-Team bereitet sich in Bad Tatzmannsdorf auf die beiden finalen EM-Qualifikationsspiele in Aserbaidschan und Kasachstan vor. Mit dabei ist erstmals Philipp Hosiner (22). „Erfahren hab ich es, als ich auf meinem Handy binnen weniger Minuten zahlreiche SMS und Anrufe in Abwesenheit hatte und da mehrmals zur Einberufung gratuliert wurde“, spricht der Eisenstädter über die überraschende Nachricht. Hosiners erste Eindrücke sind „total positiv“, für die ersten beiden Spiele rechnet er sich trotzdem nicht viele Einsatzminuten aus: „Wenn mich der Trainer braucht, bin ich bereit.“

Bereit ist auch wieder Andreas Ivanschitz. Der 27-jährige Baumgartener feiert, weil er von Ex-Teamchef Didi Constantini nicht mehr berücksichtigt wurde, nach rund zweieinhalbjähriger Abstinenz sein Comeback. „Die Freude überwiegt, wieder hier zu sein“, stellte der Mainz-Legionär klar. Er wolle als Führungsspieler auftreten, mit der Causa Constantini hat Ivanschitz abgeschlossen: „Ich wüsste nicht, was ich falsch gemacht habe. Ich habe mich immer fair verhalten, auch wenn es nicht leicht war, das alles hinzunehmen. Aber ich bin dadurch auch gefestigter als vorher.“