Erstellt am 05. September 2012, 00:00

„Für mich war es eine Enttäuschung“. PARALYMPICS / Kugelstoß-Ass Georg Tischler blieb hinter seinen Erwartungen zurück – Fieber und Regelwerk bremsten den Golser.

Gehemmt. Georg Tischler konnte wegen Fiebers in London nicht seine Normalform abrufen. Letztendlich belegte der Golser Platz 14.FRANZ BALDAUF  |  NOEN
x  |  NOEN

VON MARTIN IVANSICH

Die Paralympics in London hätte sich Georg Tischler anders vorgestellt. Der Weltrekordler und Goldmedaillengewinner in Athen 2004 belegte am Ende den enttäuschenden 14. Rang. „Die Vorzeichen waren nicht gerade rosig“, so der 50-Jährige, der zwei Tage vor dem Bewerb noch mit 39 Grad Fieber das Bett hüten musste. Tischler konnte deshalb nicht wirklich fit antreten und verpasste sein Ziel, das Erreichen des Finales: „Das hat mir natürlich zu schaffen gemacht und enorm Substanz gekostet. Ich hätte mir einen schöneren Abschied von den paralympischen Spielen gewünscht“, merkt man dem Golser die Enttäuschung an. Mehr als über das Fieber ärgerte sich Tischler aber über die Änderung im Regelwerk. Seit letztem Jahr dürfen die Athleten keine flexiblen Teile mehr verwenden – offiziell auch aus „Sicherheitsgründen“.

Tischler fordert ein  gerechteres Punktesystem

Dem kann der burgenländische Athlet nichts abgewinnen: „Ich denke, dass die unflexiblen Teile gefährlicher sind. Da kugelt es einem fast die Schulter aus. Der springende Punkt sei aber das System. Für Tischlers Weltrekord von 10,32 Metern gibt es derzeit 1000 Punkte. Der wurde aber noch mit den flexiblen Teilen erreicht. „Da müssen sich die Herren was überlegen. So eine Weite kann mit den neuen Teilen nicht mehr erreicht werden.“ Für Tischler ist die neue Punkteregelung jedenfalls nicht gut: „Da habe ich von vornherein schon kaum Chancen auf Podestplätze“, stellt er hörbar verstimmt klar. So oder so waren London, was die Paralympics betrifft, seine letzten Spiele, das steht für den ehrgeizigen Sportler fest. Ganz will er sich von der internationalen Bühne aber noch nicht verabschieden. „Die Weltmeisterschaft in Frankreich im kommenden Juli nehme ich mir schon noch vor“, so Tischler. Deshalb kämpft er nun um eine Änderung des Punktesystems: „Ich will einfach, dass es an die neuen Gegebenheiten angepasst wird. Gemeinsam mit anderen Nationen haben wir nun ein Schreiben verfasst, in dem wir unseren Standpunkt darstellen.“

Sollte dies am Ende nichts bringen und keine Veränderung herbeiführen, so wird London wohl die letzte große Station von Georg Tischler gewesen sein. „Dann macht es einfach keinen Sinn mehr. Ich könnte bestenfalls Fünfter oder Sechster werden.“ Fit halten und weiter im Training bleibt Tischler aber auf jeden Fall. „Das hat nichts mit meiner sportlichen Zukunft zu tun …“

Dollmann im Einzel out,  Reiger auf Platz 13

Für Manfred Dollmann (ASKÖ Behindertensportverein Südburgenland) war der Einzelbewerb bereits in Runde eins vorbei. Er scheiterte gegen den Slowenen Kesler. Heute, Mittwoch, hat Dollmann aber im Teambewerb erneut eine Chance.

Der Weidener Segler Sven Reiger (Sonar) kam mit seinen Kollegen nach den ersten beiden Wettfahrten auf den 13. Platz. Das Ergebnis der dritten Wettfahrt stand zu Redaktionsschluss noch nicht fest.