Erstellt am 18. September 2013, 08:36

„Für uns ist alles glasklar“. Fall Mario Majstorovic | BFV-Boss Milletich stützt die Suspendierung des wegen Manipulation verdächtigen Draßmarkter Spielers. Sein aktueller Verein kritisiert hingegen den Verband.

Draßmarkt-Kicker Mario Majstorovic wurde suspendiert. Foto: Gansrigler  |  NOEN, Gansrigler
Von Bernhard Fenz und Christian Pöltl

Begonnen hat alles mit der Übermittlung der pikanten Akten vom ÖFB (dieser erhielt die Infos vom Bundeskriminalamt) an den Burgenländischen Fußballverband.

Darin geht es im Zuge der groß angelegten Wettmanipulations-Ermittlungen auch um den nun bei Draßmarkt (2. Liga Mitte) gemeldeten Ex-Profi Mario Majstorovic, der unter anderem beim GAK, der Austria und bei Kapfenberg engagiert war.

Suspendierung für BFV-Chef Milletich logischer Schritt

Er steht unter Verdacht der Spielmanipulation im Zuge seiner Tätigkeit in der Bundesliga im Jahr 2009.

Der Straf- und Meldeausschuss (STRUMA) des BFV sprach in der Vorwoche die Suspendierung von Majstorovic – aktuell ist der 36-Jährige verletzt – aus, für Verbands-Präsident Gerhard Milletich ein logischer Schritt: „Wir mussten ein Disziplinarverfahren einleiten. Das übermittelte Vernehmungsprotokoll ist eindeutig, für uns ist alles glasklar.“

SV Draßmarkt: „Wurden nicht informiert“

Trotzdem herrscht auf Seiten des SV Draßmarkt Unverständnis: „Wir wurden weder über eine derartige STRUMA-Verhandlung informiert, noch zu dieser geladen“, kritisiert der Sportliche Leiter Markus Wiedenhofer. Simon Knöbl, Geschäftsführer des Verbands: „Die Suspendierung wurde aufgrund der eindeutigen Fakten sofort ausgesprochen. Kommende Woche findet dann das eigentliche STRUMA-Verfahren statt, zu dem natürlich alle Beteiligten eingeladen sind.“

Zweiter Kritikpunkt von Wiedenhofer: „Die Berichte des Bundeskriminalamts liegen schon länger vor, das Geständnis von Mario Majstorovic ebenso. Wir verstehen daher den Zeitpunkt nicht und hatten auch gar nicht mehr damit gerechnet.“

Klub wird gegen Urteil Berufung einlegen

Auch hier stellte Knöbl klar: „Ende August sind dem ÖFB und der Bundesliga die Ergebnisse übermittelt worden. Nach einer Prüfung haben wir die Unterlagen dann erhalten und zeitnah erledigt.“

Der Klub werde jedenfalls gegen das Urteil Berufung einlegen – der bekannte Sportanwalt Wolfgang Rebernig (er wohnt in Draßmarkt) wurde eingeschaltet. Über die Vergangenheit von Majstorovic habe man beim Verein übrigens Bescheid gewusst. Wiedenhofer: „Wir nahmen das Risiko in Kauf. Klar ist das, was Mario tat, nicht gutzuheißen. Doch es ist schon lange her – und in den Spielen, die er für uns bestritt, erhielten wir ein einziges Gegentor.“

Erst bei einer strafrechtlichen Urteilsverkündung wolle man weitere Schritte überdenken. Vorerst ist das Vertrauen der Vereinsbosse ungebrochen. Majstorovic wird als Kandidat für den vakant gewordenen Trainerposten gehandelt.