Erstellt am 24. März 2011, 14:23

Fußball: Christian Fuchs: ÖFB-Team steht vor "Woche der Wahrheit". Christian Fuchs weiß, was für das österreichische Fußball-Nationalteam in den kommenden Tagen auf dem Spiel steht.

 Im Falle eines erfolgreichen Abschneidens am Freitag in Wien gegen Belgien und vier Tage später in Istanbul gegen die Türkei wäre wohl bis zum Ende der EM-Qualifikation zumindest die Chance auf Platz zwei in Gruppe A gegeben. Bei zwei Niederlagen jedoch könnte man im ÖFB schon die Planungen für die im Herbst 2012 beginnende WM-Qualifikation in Angriff nehmen.

   "Für uns ist es eine Woche der Wahrheit", erklärte Fuchs. "Mit vier Punkten sind wir bis am Schluss dabei, auch mit drei Punkten wäre noch etwas drin. Zweimal zu verlieren wäre aber schlecht."

   An dieses Szenario wollte der Mainz-Legionär erst gar keinen Gedanken verschwenden. "Wann, wenn nicht jetzt sollten wir gegen einen gleichwertigen Gegner daheim ein Zeichen setzen und gewinnen? Mit einer Siegermentalität ins Spiel zu gehen, ist sehr wichtig", sagte der Niederösterreicher.

   Fuchs versprach bedingungslosen Einsatz von der ersten Minute an. "Wir haben die Bereitschaft, alles zu geben. Wir müssen den Belgiern die Schneid abkaufen und um jeden Zentimeter kämpfen." Mit dem Druck, gegen Belgien quasi gewinnen zu müssen, hat der 24-Jährige kein Problem. "Es ist ja auch unser Anspruch, drei Punkte zu machen."

   Auf Fuchs wartet am Freitag eine ganz besondere Aufgabe - er muss die Kreise von Belgiens Jungstar Eden Hazard einengen. Dass der Lille-Legionär in seiner Wahlheimat Frankreich schon als neuer Lionel Messi bezeichnet wird, kostet Fuchs nur ein Schulterzucken. "Ich habe in der deutschen Bundesliga schon gegen viele gute Spieler meine Leistung gebracht."

   Beim Videostudium der 2:3-Auswärtsniederlage Belgiens gegen die Türkei im September sei ihm Hazard nach der Einwechslung in der 82. Minute nicht besonders aufgefallen. "In diesem Spiel hat man allgemein von den Belgiern in der Offensive wenig gesehen, außer bei Standards. In der Defensive sind sie aber gut gestanden."

   Beim 4:4 im Oktober in Brüssel gegen Österreich präsentierten sich die Belgier von ihrer anderen Seite - stark im Offensivspiel, aber fehleranfällig im Abwehrverhalten. Deshalb hätte die ÖFB-Elf möglicherweise drei Punkte heimgebracht, wäre da nicht die Rote Karte für Paul Scharner gewesen. "Das war eben eine Kurzschlusshandlung von ihm, doch das ist vorbei", meinte Fuchs.

   Einen neuerlichen unnötigen Ausschluss gegen einen ÖFB-Spieler sollte es am Freitag aber nicht geben. "Man kann nicht trainieren, dass man so etwas verhindert, sondern nur auf jeden einzelnen Spieler vertrauen, dass er so etwas nicht macht", meinte der 37-fache Internationale (ein Tor).

   Fuchs kann sich so wie der Großteil seiner Kollegen gegen die Belgier zumindest eine Gelbe Karte erlauben. Im Falle einer Verwarnung wären vom aktuellen Kader lediglich Stefan Maierhofer, Franz Schiemer und Florian Klein gegen die Türkei gesperrt.