Erstellt am 06. November 2014, 11:48

von Bernhard Fenz

Fußball-Unterhaus: Pikante Wetteinsätze. Ungewöhnliche Tippbewegungen sorgten beim Match Deutschkreutz gegen Jennersdorf für Unruhe.

 |  NOEN, www.BilderBox.com (www.BilderBox.com)
Vor dem Anpfiff der BVZ Burgenlandliga-Begegnung erhielt Deutschkreutz-Obmann Christian Reumann die Info, dass bei der Partie gegen Jennersdorf nicht mehr auf einen Sieg der Gäste gewettet werden könne.

Bei Eisenstädter Wettbüro gesperrt

Soll heißen, es seien höhere Geldbeträge auf einen vollen Erfolg der Südburgenländer gesetzt worden, was nicht zuletzt aufgrund der Ausgeglichenheit des Spiels ein ungewöhnlicher Umstand war. Letztlich sorgte übrigens ein Tor in der 91. Minute für den Jennersdorfer Sieg.

„Mich hat jemand, der in Wettbüros verkehrt, darauf aufmerksam gemacht, dass das Spiel rausgenommen wurde – und dass hier in diesem Zusammenhang eine ungarische Gruppe ihre Finger im Spiel habe“, so Reumann.

Bei einem Eisenstädter Wettbüro war das Match tatsächlich bereits gesperrt. Sobald ein gewisses Wettlimit auf ein gewisses Ergebnis überschritten ist, kann nicht mehr gesetzt werden – einerseits eine Schutzfunktion für die Wettanbieter, die mit ihrem Geschäft klarerweise große Verluste vermeiden wollen, andererseits ein Alarmsignal.

„Kann keinem Spieler Vorwurf machen“

Reumann, der übrigens noch vor dem Anpfiff und aufgrund der Vorabinfo gemeinsam mit Trainer Alfred Wagentristl das präventive Gespräch mit den (fünf) ungarischen „Kreutz“-Legionären suchte, stellte nach dem Schlusspfiff unisono mit dem Coach klar: „Es war nichts zu bemerken, dass da etwas faul gewesen wäre. Wir haben ein Tor in einer typischen 0:0-Partie erhalten, bei der ich definitiv keinem Spieler einen Vorwurf machen kann. Als Verein muss man aber darauf eingehen, wenn wir solche Informationen erhalten.“

Dass es in Eisenstadt ungewöhnliche Wettbewegungen gegeben hat, sei schließlich nicht wegzuleugnen. Wie es nun in dieser Causa seitens des Klubs weitergehen soll? „Wir werden uns schon noch überlegen, ob wir Schritte einleiten. Fakt ist, dass wir gegenwärtig niemandem etwas beweisen können. Wir hoffen aber schon, irgendwie herausfinden zu können, wer auf das Spiel so viel Geld gesetzt hat.“

Übrigens: Nicht nur auf eine Deutschkreutz-Niederlage wurde scheinbar fleißig getippt, auch ein Sieg von Trausdorf in der 2. Liga Nord gegen Neufeld soll sich auf einem der besagten Kombinations-Wettscheine der Deutschkreutz-Partie befunden haben.

Dort setzten sich die Hausherren nach einem 0:2-Rückstand durch zwei Tore im Finish noch 3:2 durch, Gäste-Coach Gigi Ileana tobte über die Leistung der Unparteiischen: „Zwei der drei Tore waren klar Abseits, uns wurden auch zwei Elfmeter vorenthalten – das war Betrug.“