Erstellt am 02. April 2014, 09:45

von Bernhard Fenz

Gelassenheit trotz stürmischer Zeiten. Erste Liga | SVM-Trainer Ivica Vastic bleibt vor den Duellen gegen Altach und Lustenau ruhig – ebenso wie Klubboss Martin Pucher.

Blickrichtung Altach: Nach der 1:2-Pleite in Parndorf konzentriert sich Ivo Vastic mit seiner Mannschaft auf den Leader. Foto: Bernhard Fenz  |  NOEN, Bernhard Fenz
Von Bernhard Fenz

Willkommen im direkten Abstiegskampf: Nur noch ein Punkt liegt nach den vorwöchigen Pleiten gegen Liefering (0:5) und in Parndorf (1:2) zwischen dem SV Mattersburg und dem Relegationsplatz.
Der Neunte Horn hat sich mit einer 1:0-Überraschung in Altach zurückgemeldet und macht auf den Achten Mattersburg – der nun am Freitag den Leader aus Vorarlberg empfängt – zusätzlich Druck.

Große Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Als ob die noch vor einem Jahr unumstrittene Nummer eins im Burgenland nicht schon genug Probleme hätte. Anspruch und Wirklichkeit driften ohnehin schon auseinander. Ruhigere Tabellenregionen sollten den Aufbau für den Angriff in der neuen Saison ebnen. Stattdessen wird es immer stürmischer.

Trotzdem gibt sich Cheftrainer Ivica Vastic vor dem Altacher Gastspiel gelassen: „Die Leistung in Parndorf stimmt mich zuversichtlich. Trotzdem giltes, noch ein paar Kleinigkeiten zu verbessern – etwa die Standardsituationen.“

Dass die Lage prekär ist, stellt Vastic gar nicht in Frage, trotzdem: „Jetzt müssen wir uns da durchkämpfen. Leider haben wir in den bisherigen Spielen nicht den Sack zumachen können.“ Das sieht auch Martin Pucher so. „Schön, dass wir im Frühjahr fünf Spiele lang ungeschlagen waren. Wir haben dabei in einigen Partien aber das Resultat nicht drübergebracht und gewonnen, das ist auch Faktum. Dann hätte es schon anders ausgesehen.“

„Kopflosigkeit wäre ein schlechter Ratgeber. Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt war nie meine Art.“
Martin Pucher bleibt in der aktuellen Situation ruhig.

Leistungen wie jene gegen Liefering („Großteils war das katastrophal“) wollte Pucher gar nicht schönreden, bei der Suche nach Gründen für die durchwachsenen Darbietungen stellte der Klubchef aber fest: „In Parndorf haben neun Spieler gefehlt. Die vielen Ausfälle begleiten uns schon die letzten eineinhalb Jahre. Das ist einfach sehr schwer zu kompensieren. Nur ist es bei uns zur Normalität geworden, sodass man es gar nicht sonderlich betont.“ Galgenhumor-Nachsatz: „Ich weiß nicht, woran das liegt: Vielleicht waren wir schlimm …“

Trotzdem bleibt der Bankdirektor nach außen hin nüchtern. „Wir müssen die aktuelle Situation zur Kenntnis nehmen. Mindestens zehn bis zwölf Punkte fehlen uns. An die glaube ich, vor allem aber wünsche ich mir, dass der eine oder andere Spieler wieder fit wird.“

Gegen Altach will Pucher jedenfalls eine Mannschaft sehen, die „alles gibt“. Und Vastic ergänzt: „Jeder muss sich jetzt an der eigenen Nase nehmen und versuchen, seine Sache noch besser zu machen.“

Hoffnung auf einige Rückkehrer

Personell will der Coach für den Kader wieder auf Michi Mörz – er kam nach seiner verletzungsbedingten Pause zuletzt bei den Amateuren zum Einsatz – zurückgreifen. Der gesperrte Nedeljko Malic ist ebenfalls wieder dabei, dafür sieht es bei Michael Novak (Muskelverletzung) nicht so gut aus.

Bei Markus Pink könnte ein Comeback vielleicht klappen. Ob und wann die restliche Liste (Manuel Prietl, Alex Ibser, Peter Hawlik, Thomas Borenitsch, Philipp Erhardt) kürzer wird, steht auch noch nicht fest.

Von den Kreuzbandriss-Opfern Manuel Seidl und Patrick Bürger ganz zu schweigen. Wobei: Bei Letzterem werden die Spekulationen um ein baldiges Comeback lauter. Vastic dazu: „Das ist zu früh und braucht noch Zeit.“

Lesen Sie zum Thema auch den Kommentar von Bernhard Fenz aus der dieswöchigen BVZ: