Erstellt am 29. Juli 2012, 13:46

Geritzer liebt es stürmisch. Wenn sich Andreas Geritzer um eines nicht sorgt, dann ist es das unbeständige Wetter.

"Bei wechselnden Bedingungen macht man leichter Fehler, aber die auszubessern, ist unsere große Stärke. Am liebsten hätte ich es, wenn jeden Tag andere Verhältnisse sind und es beim Medal Race stürmt", sagte der Laser-Segler, für den die Olympischen Segelbewerbe vor Weymouth ebenso wie für das 49er-Duo Nico Delle Karth/Niko Resch am Montag beginnen.

Mit der Silbermedaille 2004 in Athen hat sich der Burgenländer Geritzer seinen Medaillentraum im Zeichen der Fünf Ringe bereits erfüllt, natürlich hätte er zum (zumindest vorläufig geplanten) Abschluss seiner internationalen Karriere nichts dagegen, noch etwas draufzupacken. "Ich war bei Weltmeisterschaften zuletzt zweimal Sechster und nicht weit weg von einer Medaille. Aber erzwingen kann man nichts, sondern, wenn man so will, nur erspielen", meinte er.

Zwölf Wettfahrten sind für die Laser angesetzt, das Medaillenrennen findet Montag in einer Woche statt. Viel Arbeit haben Geritzer und sein kroatischer Coach Mate Arapov in das Training am Vorwind investiert. "Es ging darum, die Geschwindigkeit mit der Welle zu kombinieren. Das haben wir schon beim Weltcup in Weymouth gesehen, dass es bei dieser Welle Nachhilfe braucht. Der Wind war stark und die Welle dementsprechend hoch. Wir haben ein bisserl was an der Technik verfeinert, damit die Grundgeschwindigkeit wieder stimmt", erklärte der 34-Jährige.

In der 49er-Klasse sind die Wettfahrten kürzer, dafür stehen bei den Sommerspielen gleich 15 auf dem Programm, das Medal Race geht am 8. August in Szene. Auch Delle Karth/Resch zählen zum erweiterten Kreis der Medaillenanwärter. "Wir müssen unser Bestes geben und über uns hinauswachsen. Unsere Konkurrenz weiß, dass wir eine sehr gute Serie hinlegen und ganz vorne stehen können", sagte Steuermann Delle Karth.

Den zweifachen Gesamtweltcupsiegern fehlt Trainingszeit auf dem Wasser, zum einen warf sie eine Verletzung von Delle Karth zurück, zum anderen galt es den tragischen Unfalltod von dessen Bruder so weit zu verarbeiten, dass gezieltes Arbeiten auf dem Boot wieder möglich war. "Das letzte Trainingsmonat in England hat uns irrsinnig gut getan, die Stimmung war perfekt", erklärte Delle Karth.